General Motors: Verlust 2005 weit größer als angenommen - DER SPIEGEL
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General Motors Verlust 2005 weit größer als angenommen

Es steht noch schlimmer um General Motors als bisher gedacht. Der Verlust des angeschlagenen US-Autobauers lag im vergangenen Jahr zwei Milliarden über dem bisher bekannten Betrag von 8,6 Milliarden Dollar.
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Detroit - Rund 10,6 Milliarden Dollar Miese machte General Motors (GM) im vergangenen Jahr, wie der US-Autobauer jetzt bekannt geben musste. Grund für den horrenden Verlust sei unter anderem der Konkurs der früheren Tochter Delphi, der wahrscheinlich weit mehr kosten werde als bisher gedacht. Außerdem sei das Ergebnis durch Einmalaufwendungen für Umstrukturierungen unerwartet stark belastet worden, erklärte der Autokonzern. Nach aktuellen Berechnungen belaufe sich der Verlust je Aktie damit auf 18,69 Dollar statt 15,13 Dollar. Bisher war GM insgesamt von einem Minus von rund 8,6 Milliarden Dollar ausgegangen.

Pontiac G6 von General Motors: "Wir haben jetzt bessere Informationen"

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Foto: AP


Der Automobilzulieferer Delphi hatte sich im Jahr 1999 von GM abgespalten. Damals hatte GM zugestimmt, Pensionszahlungen für den Zulieferer zu übernehmen, falls dieser vor 2007 zusammenbricht. Schon nach der Delphi-Insolvenzankündigung im Oktober hatten Branchenkenner nicht ausgeschlossen, das auch GM Konkurs muss.

Man erwarte nun, dass die Kosten für die Delphi-Pleite das Ergebnis von 2005 mit 3,6 Milliarden statt wie bisher angenommen mit 2,3 Milliarden Dollar belasten werde, erklärte GM. Die kalkulierten Kosten beinhalten Zahlungen an ehemalige Mitarbeiter des Autozulieferers, die aufgrund der bis 2007 laufenden Vereinbarungen entstehen könnten. Die Verhandlungen mit der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) über die genaue Summe laufen noch. "Wir haben jetzt bessere Informationen", versuchte GM-Sprecher Jerry Dubrowski die Neukalkulation zu erklären.

GM verkaufte 2005 insgesamt 9,2 Millionen Autos weltweit, das ist die zweithöchste Stückzahl in der Geschichte des Unternehmens. Doch die Verluste auf dem nordamerikanischen Markt machten jedoch die in Europa erzielten Gewinne zunichte. Allein im Autogeschäft machte der Konzern im Gesamtjahr nach den bisher bekannten Zahlen deshalb insgesamt 5,3 Milliarden Dollar Verlust, den größten Teil in Nordamerika.

Der Konzern leidet wie der US-Konkurrent Ford auf dem amerikanischen Heimatmarkt unter Überkapazitäten und massiven Absatzproblemen. Die Hersteller verlieren Marktanteile an asiatische Wettbewerber, weil sie zu lange auf hochmotorisierte und spritschluckende Geländewagen gesetzt haben. Bei den hohen Benzinpreisen greifen die US-Kunden nun zu sparsameren Autos. GM hat deshalb ein breites Sanierungprogramm aufgelegt, im Rahmen dessen rund 12 Werke geschlossen werden sollen und rund 30.000 Jobs gefährdet sind. So will GM-Chef Rick Wagoner sieben Milliarden Dollar bis 2007 einsparen.

ase/AP/reuters