Geplatzter IG-Metall-Streik: Revolte der Basis - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Geplatzter IG-Metall-Streik Revolte der Basis

Nach dem verlorenen Arbeitskampf in Ostdeutschland wird bei der IG Metall der Protest gegen den Vizevorsitzenden Jürgen Peters immer lauter. Vor allem Betriebsräte aus dem Westen wollen Köpfe rollen sehen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Nach der Streik-Niederlage der IG Metall in Ostdeutschland fordert der Vorsitzende des DaimlerChrysler  - Gesamtbetriebsrates, Erich Klemm, Gewerkschaftsvize Jürgen Peters zum Rückzug aus der IG Metall-Führung auf. Der "Bild"-Zeitung sagte Klemm: "Nach diesem Arbeitskampf, der von Anfang an strategisch falsch angelegt war, halte ich es für ausgeschlossen, dass Peters Nachfolger von Klaus Zwickel wird." Darüber hinaus verlangte Klemm den Rücktritt von Peters sowie dem ostdeutschen IG Metall-Chef Hasso Düvel.

Auch IG-Metall-Bezirksleiter Klaus Mehrens rechnet mit einer baldigen Entscheidung über den umstrittenen designierten Gewerkschaftschef. "Der Vorstand steht in der Verantwortung, jetzt möglichst rasch für klare Verhältnisse zu Sorgen", sagte Mehrens im Interview mit dem "Mannheimer Morgen". Er forderte den für die Tarifpolitik zuständigen Gewerkschaftsvize auf, die Verantwortung für den gescheiterten Arbeitskampf im Osten zu übernehmen. Bei einer "Bereinigung" dieses Problems werde man schnell einen neuen Vorsitzenden finden, sagte Mehrens.

Peters pocht auf Gesamtverantwortung

Peters hat indes erneut jede Rücktrittsabsicht von sich gewiesen und den Arbeitskampf in Ostdeutschland verteidigt. "Ich habe nicht die Absicht, Abschied zu nehmen - warum auch", sagte Peters am Donnerstag im Deutschlandfunk.

Der Arbeitskampf sei geführt worden, weil die Arbeitgeberverbände keine Gesprächsbereitschaft über die Einführung der 35-Stunden-Woche signalisiert hätten, sagte Peters. "Jetzt war für die IG-Metall die Frage: gehen wir auf Kurs der Arbeitnehmer und kneifen. Oder gehen wir in die Offensive und machen im Zweifel auch einen Arbeitskampf." Der Vorstand sei sich der Risiken bewusst gewesen, habe aber entschieden, nach 13 Jahren deutscher Einheit für die gleiche Arbeitszeit zwischen Ost und West zu kämpfen.

Mehr lesen über