Gerhard Schmid: "Wollen Sie mich abschießen?" - DER SPIEGEL
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Gerhard Schmid "Wollen Sie mich abschießen?"

MobilCom-Chef Gerhard Schmid denkt nicht ans Aufhören. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE sagt er, dass er gerne jeden Tag drei Millionen Mark an Zinsen für die UMTS-Lizenz bezahlt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL ONLINE:

Vor einiger Zeit hatten Sie gesagt, in die Fußstapfen von Joschka Fischer zu treten und mit dem Marathontraining zu beginnen. Geht es voran?

Gerhard Schmid: Ich war in Vorbereitung, habe sie aber abgebrochen. Die berufliche Belastung, die ich im Moment habe, lässt sich mit dem Abnehmen nicht verbinden. Zurzeit arbeite ich zehn bis zwölf Stunden pro Tag.

SPIEGEL ONLINE: Kein Gedanke ans Aufhören?

Schmid: Solange ich jeden Tag einige mir wichtige Dinge bewegen kann, gibt es keinen Grund dafür.

SPIEGEL ONLINE: Letzte Woche hat die Nachricht, dass Sie eine Klage über 6,7 Millionen Mark verloren haben, den Neuen Markt ja ein bisschen bewegt.

Schmid: Es gab ein Urteil, aber keinen Gerichtsvollzieher und ich muss auch keine 6,7 Millionen Mark bezahlen. Am Freitag habe ich gegen "Focus" deswegen eine einstweilige Verfügung erwirkt, weil er das falsch dargestellt hat. Eigentlich war es ein positives Urteil für uns, aber "Focus" hat die Fakten genau umgedreht. Richtig böse finde ich, dass der zuständige Redakteur das Urteil vorliegen hatte.

SPIEGEL ONLINE: Zu ihren Zielen. Sie haben bereits gesagt, dass Sie auf jeden Fall noch die neue Mobilfunk-Generation UMTS mitgestalten wollen.

Schmid: Den UMTS-Markt eröffnen wir Mitte 2002. Dann werden wir sehen.

SPIEGEL ONLINE: Wollen Sie dann aufhören?

Schmid: Nein, keineswegs. Die Umsetzung von UMTS ist nur das aktuelle Ziel, weitere werden sich anschließen.

SPIEGEL ONLINE: Bis Sie mit UMTS Geld verdienen, werden Sie jeden Tag rund drei Millionen Mark an Zinsen bezahlen.

Schmid: Die werde ich mit Freude bezahlen.

SPIEGEL ONLINE: Kann man da noch ruhig schlafen?

Schmid: Aber sicher. Ich habe ja nicht 16 Milliarden für nichts ausgegeben. Wir sind jetzt UMTS-Netzbetreiber und haben damit erfolgreich ein neues Kapitel im Unternehmen aufgeschlagen.

SPIEGEL ONLINE: Aber trotzdem haben Sie gegen die UMTS-Auktion geklagt. Sind Sie ein schlechter Verlierer?

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