AFFÄREN Geringe Schuld
Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den Börsenmakler Holger Timm wegen verbotener Insidergeschäfte eingestellt. Der Chef der Berliner Freiverkehr AG hatte an einem Freitag vormittag 1000 Aktien der Mietwagenfirma Sixt zum Kurs von 173 Mark geordert. Der Makler, so der Verdacht, soll vorab informiert worden sein, daß der Börsenguru Egbert Prior diese Papiere in der abendlichen TV-Sendung »3Sat-Börse« einem breiten Publikum zum Kauf empfehlen würde. Als der Kurs am Montag nach der Prior-Empfehlung auf 230 Mark hochschnellte, verkaufte Timm die Aktien, seine Firma verbuchte 57 000 Mark Gewinn. Wegen »geringer Schuld« will der Staatsanwalt von einer Klage absehen, wenn Timm als »Wiedergutmachung« 150 000 Mark an Museen zahlt. Die Ermittlungen gegen Prior werden fortgesetzt.