Geschäftsjahr 2003 Bayer meldet herbe Verluste
Leverkusen - Für 2003 bezifferte Bayer-Chef Werner Wenning den operativen Verlust (Ebit) auf 1,203 Milliarden Euro nach einem Betriebsgewinn von 1,610 Milliarden Euro im Jahr davor. Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust vor Zinsen und Steuern von 718 Millionen Euro gerechnet.
Beim Nettoergebnis verbuchte der Konzern einen Verlust von 1,361 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte Bayer noch einen Überschuss von 1,060 Milliarden Euro ausgewiesen. Der Umsatz ging um 3,6 Prozent auf 28,567 Milliarden Euro zurück.
Operativ will der Konzern zehn Prozent zulegen
So ganz ohne Hoffnungen wollte Wenning die Analysten aber nicht ziehen lassen. "Unter der Annahme, dass sich die derzeitigen Rahmenbedingungen nicht verschlechtern, erwarten wir für 2004 eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses vor Sondereinflüssen in allen Teilkonzernen - mit Ausnahme der HealthCare", erklärte er. Beim um Sondereinflüsse - wie Restrukturierungskosten - bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) sei ein Zuwachs um mehr als zehn Prozent geplant.
"Unsere Ziele sind ambitioniert", erklärte Wenning weiter. Jedoch zeichne sich eine "allmähliche Erholung der Konjunktur" ab. So seien die Umsatz- und Ebit-Zahlen in den ersten beiden Monaten 2004 "ermutigend" ausgefallen. Für den weiteren Verlauf des Jahres zeigte sich Wenning allerdings insgesamt nur "verhalten optimistisch".
Börsenhändler nannten die Bayer-Zahlen "unbefriedigend". Der Ausblick sei dagegen gut ausgefallen.
NewCo heißt jetzt "Lanxess" und soll an die Börse
Wenning hatte vergangenes Jahr eine strategische Wende vollzogen und angekündigt, die traditionelle Konglomeratsstruktur des Konzerns aufzubrechen. Die Chemie und Teile des Kunststoffgeschäfts sollen nun als neue Gesellschaft unter dem Namen "Lanxess" bis Anfang 2005 an die Börse gebracht werden. Dies "stellt eine der wichtigsten strategischen Zukunftsentscheidungen in unserer Geschichte dar", hatte Wenning bereits vergangenes Jahr betont.
Nach der Abspaltung wird der Bayer-Konzern künftig noch in drei Geschäftsfeldern Gesundheit/Pharma (HealthCare), Pflanzenschutz (CropScience) und hochwertige Materialien (MaterialScience) tätig sein. Im Zuge der Neuaufstellung hatte Bayer bereits vergangenes Jahr milliardenschwere Wertberichtigungen verzeichnet.