Geschäftsklima: Vorsichtiger Optimismus - DER SPIEGEL
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Geschäftsklima Vorsichtiger Optimismus

Positive Überraschung beim Geschäftsklima in der westdeutschen Wirtschaft: Das Münchner ifo Institut für Wirtschaftsforschung ermittelte im Januar einen Anstieg um 0,7 auf 97,5 Punkte.
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Damit hat sich der Geschäftsklima-Index entgegen der allgemeinen Erwartung erstmals seit Mai 2000 verbessert. Experten hatten bislang mit einer Seitwärtsbewegung des Stimmungsindikators um die 96 Punkte gerechnet. Auch in Ostdeutschland verbesserte sich das Geschäftsklima im Januar von 105,2 auf 106,6 Punkte.

Manche Experten sehen darin schon die positiven Auswirkungen der Steuerreform. So habe vor allem der Einzel- und Großhandel das Geschäftsklima positiv beurteilt, teilte Gernot Nerb, Leiter der ifo-Umfrage, mit. Durch das bis in den Januar dauernde Weihnachtsgeschäft hätten die Leute mehr Geld ausgegeben. Um von einer endgültigen Trendwende zu sprechen, müssten jedoch die nächsten zwei bis drei Monate abgewartet werden.

Auch mit der aktuellen Geschäftslage zeigten sich die befragten Unternehmen zufrieden: Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe sowie Groß- und Einzelhandel in Westdeutschland verbesserten sich in diesem Bereich von 92,2 auf 94,6 Punkte. In Ostdeutschland kletterte der Geschäftslage-Index von 125,4 auf 126,8 Punkte und war somit der beste Wert seit einem Jahr.

Als Warnsignal werteten die Analysten jedoch den Index-Rückgang bei den Geschäftserwartungen. Hier fiel der Index von 101,5 auf 100,3 Punkte in Westdeutschland. Die letzte Aufwärtsbewegung gab es im Oktober 2000. Sie begründeten dies mit dem immer schärfer werdenden internationalen Wettbewerb in der Industrie.

Der Geschäftsklima-Index gilt als Frühindikator zur Entwicklung der Konjunktur in Deutschland. Dafür werden die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen berücksichtigt. An der monatlichen Umfrage beteiligen sich rund 7000 Unternehmen in Ost und West. Die ermittelten Saldenreihen werden auf ein Basisjahr mit dem Wert 100 (derzeit 1991) bezogen und saisonbereinigt.

Die Euphorie über die insgesamt besseren Zahlen gab auch dem Euro Aufschwung: Er kletterte von seinem offiziellen Referenzkurs am Dienstag von 0,9070 Dollar auf 0,9171 Dollar am Mittwochnachmittag.