Gescheiterte Tarifgespräche: IG Bau leitet Schlichtung ein - DER SPIEGEL
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Gescheiterte Tarifgespräche IG Bau leitet Schlichtung ein

Der Tarifkonflikt in der Baubranche steuert auf die Schlichtung zu: Die IG Bau erklärte die Verhandlungen für 700.000 Beschäftigten offiziell für gescheitert. Gewerkschaftschef Klaus Wiesehügel kündigte noch für diese Woche Maßnahmen an.
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Berlin - Nach dem Scheitern der dritten Tarifrunde leitet die Baubranche nun ein Schlichtungsverfahren ein. "Wir brauchen offenbar einen Moderator, damit die Arbeitgeber gezwungen sind, ihre Verhandlungsfähigkeit herzustellen", sagte Klaus Wiesehügel, Gewerkschaftschef der IG Bau.

Bauarbeiter in Düsseldorf: Verhandlungsfähigkeit herstellen

Bauarbeiter in Düsseldorf: Verhandlungsfähigkeit herstellen

Foto: AP

Die Schlichtung soll unter Führung des früheren Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement stattfinden und noch diese Woche eingeleitet werden. Der inzwischen aus der SPD ausgetretene Clement wurde bereits vergangenes Jahr im Streit über die Mindestlöhne eingeschaltet. Während der Schlichtung darf nicht gestreikt werden. Sobald der Schlichter angerufen wurde, hat er zwei Wochen Zeit für Verhandlungen.

Die Tarifverhandlungen waren vergangene Woche nach drei Verhandlungsrunden ergebnislos abgebrochen worden. Die IG Bau verlangt neben der Anhebung der Ost-Löhne auf West-Niveau sechs Prozent mehr Geld. Wiesehügel hatte die Forderung - nach Angaben der Unternehmen die höchste seit 14 Jahren - auch mit dem drohenden Nachwuchsmangel begründet.

Die Arbeitgeber erklärten dagegen, sie wollten zunächst Klarheit über eine geplante Neuordnung der Entgeltstrukturen. Deshalb legten sie zunächst kein Angebot vor. Knackpunkt der Verhandlungen war aber die Zukunft der Mindestlöhne am Bau. Darüber gab es zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft keine Einigung. Die Gewerkschaft sprach von "unüberbrückbaren Differenzen" in dieser Frage.

ssu/AP/dpa