Gesichter des Streiks: Der Taxi-Fahrer - DER SPIEGEL
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Gesichter des Streiks Der Taxi-Fahrer

Von Maximilian Pisacane
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eine Fahrt von Düsseldorf nach Köln per Taxi, das geht ins Geld. Doch dergleichen erwartet Müdjat Pöze nicht. Nicht einmal besonders viele Fahrgäste erhofft sich der Taxifahrer, dessen Stammplatz der Düsseldorfer Hauptbahnhof ist. "Seit Tagen berichten die Medien, und schließlich sind die Leute ja nicht blöd – haben sich darauf vorbereitet", sagt Pöze und schaut ein wenig gelangweilt zum Haupteingang des Düsseldorfer Bahnhofs herüber. Entweder hätten die Menschen sich frei genommen oder zu Fahrgemeinschaften organisiert.

Deswegen seien auch nicht mehr seiner Kollegen als an anderen Tagen am Taxistand – nur etwa ein Dutzend. Sie haben eben aus Erfahrung gelernt. "Dass die kein Zusatzgeschäft erwarten, ist daran zu erkennen, dass nicht besonders viele Taxen hier stehen."

Denn schon beim vergangenen Streik sei es kein großes Geschäft für ihn und seine Kollegen gewesen – "zumindest nicht mehr als sonst". In der Tat verlassen innerhalb von fünf Minuten nur zwei Taxen ihren Stand am Hauptbahnhof, nicht wenige Taxifahrer sitzen entspannt am Steuer und lesen Zeitung. "Da wäre zu einer Messe mehr los", sagt Pöze ein wenig geringschätzig mit Blick auf die Uhr.

"Sicherlich wird der ein oder andere Fahrer auch mehr Umsatz machen", schätzt Pöze. Eben mit einen Fahrgast, der ganz dringend zu einem Termin muss oder vielleicht sogar mit einem werdenden Vater auf dem Weg zu seiner Frau ins Krankenhaus. Doch seiner Ansicht nach dürfte das nicht die Mehrheit sein. Trotzdem erhofft auch er sich, eine dieser Fahrten abzubekommen – vielleicht sogar von Düsseldorf nach Köln.

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