Gespräche Cerberus an Jaguar und Land Rover interessiert
New York - Ford habe mit Cerberus Capital Management erste Gespräche über einen Verkauf seiner Luxusmarken geführt, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Allerdings seien die Verhandlungen bislang ohne Ergebnis geblieben. Ein Ford-Sprecher bestätigte indirekt, dass es Gespräche gibt: Er lehnte jede Voraussage ab, bis wann man zu einer Einigung gefunden haben könnte. Die Verhandlungen sollen noch mindestens einen Monat dauern. Cerberus war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.
Branchenanalysten erwarten bereits seit längerem, dass Ford sich von seinen europäischen Töchtern trennen will. Der US-Autobauer benötigt Geld, um sein Nordamerika-Geschäft wieder in den Griff zu bekommen. Schätzungen zufolge könnte der Verkauf von Jaguar und Land Rover als Paket mit etwa 1,5 Milliarden Dollar deutlich mehr einbringen als im Einzelverkauf. Beide Marken sind geschäftlich eng miteinander verquickt, verfügen über das gleiche Händlernetz und teilen sich eine Fabrik in Liverpool. Im März hatte Ford mit dem Verkauf der wesentlich kleineren Automanufaktur Aston Martin knapp 850 Millionen Dollar erlöst.
Dass Jaguar jetzt vergleichsweise wenig einbringt, hängt damit zusammen, dass die Marke als wenig profitabel gilt. Zuletzt hatten hohe Kosten für Rohstoffe und Garantieleistungen die Gewinne ebenso geschmälert wie der ungünstige Wechselkurs des Dollar. Ford selbst veröffentlicht keine Einzelergebnisse für die britische Tochter. Insider berichten jedoch, dass Jaguar in den fast 20 Jahren unter Ford-Ägide nur in einzelnen Geschäftsjahren Gewinne abgeliefert hat. Zurzeit allerdings verfügt die Traditionsmarke über eine sehr attraktive Produktpalette. Auch was die Qualität betrifft, sind inzwischen deutliche Fortschritte zu verzeichnen.
Erst vergangenen Monat hatte Cerberus für 7,4 Milliarden US-Dollar 80 Prozent der Anteile an Chrysler gekauft. Die Transaktion soll bis Herbst abgeschlossen sein. Cerberus ist allerdings nicht der einzige Investor, der Interesse an einer Übernahme der Ford-Konzerntöchter hat.
Angeblich taxiere auch Ex-Ford-Chef Jacques Nasser Land Rover und Jaguar im Auftrag der US-Beteiligungsgesellschaft One Equity Partners, berichtet die "Financial Times Deutschland". Nasser sei für eine Stellungnahme nicht zu erreichen gewesen, hieß es aber.
mik/Reuters