Gestörte Ehen
Die wenigen Ehen zwischen deutschen und amerikanischen Unternehmen erwiesen sich in der Bundesrepublik bislang als wenig glücklich. Nachdem die Verbindung zwischen dem Chemietrust BASF und dem US-Firmen-Mammut Dow Chemical bei den Hamburger Phrix-Werken wegen ständiger Verluste von den Amerikanern aufgelöst worden war, will sich nun die Preussag von dem US-Branchenriesen Kaiser Aluminium trennen. Notfalls erwägt Preussag-Chef Günther Saßmannshausen sogar eine Klage gegen die Amerikaner, da er sich bei der gemeinsamen Tochter Kaiser-Preussag Aluminium Werke GmbH in Koblenz wegen »nicht geliefertem und vertraglich zugesagtem Know-how« benachteiligt fühlt. Anders Kaiser-Aluminium: Letzte Woche teilte der Konzern Saßmannshausen und Preussag-Aufsichtsrat Ludwig Poullain mit, er wolle die Ehe trotz der Differenzen fortsetzen. Die Aluminium-Verluste hoffen die Amerikaner durch weitere Rationalisierungsmaßnahmen auszugleichen.