Gesundheit Apotheken warnen vor Medikamenten-Engpass
Hamburg Von den Rabattverträgen zwischen Pharmaunternehmen und Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) hatten sich die Planer der Gesundheitsreform einen echten Spareffekt versprochen. Jetzt, so scheint es, machen sich die Mängel der Regelung bemerkbar. Denn viele der Rabattverträge laufen zum Jahresende aus und viele kleine Hersteller, deren Verträge mit den AOK auslaufen, warten erst die Verhandlungen für künftige Anschlussverträge ab und drosseln deshalb die Produktion.
Deshalb könnte es nach Einschätzung der Allgemeinen Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) zu Lieferschwierigkeiten bei vielen Generika-Präparaten kommen, berichtet die "Bild"-Zeitung. Nach Verbandsschätzungen könnten von dem Engpass allein bis zu zehn Millionen AOK-Versicherte betroffen sein. ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf sagte der Zeitung: "Viele Patienten werden tagelang auf ihre Medikamente warten müssen oder sie gar nicht mehr bekommen."
Der Verband erwartet außerdem, dass Apotheker und Pharmagroßhändler die Präparate dieser Hersteller zum Jahresende nicht mehr auf Lager halten, um sich vor finanziellen Risiken zu schützen. Wolf rief die Kassen auf, rechtzeitig auf den drohenden Produktions- und Lieferengpass zu reagieren. "Wir fordern die Kassen auf, für flexible Lösungen zu sorgen, damit jeder Patient optimal versorgt ist", sagte der ABDA-Chef.
mik/AFP