Gesundheitsreform Pharma-Industrie stimmt Klagelied an
Berlin - Laut einer Blitzumfrage des 300 Firmen zählenden Bundesfachverbands (BAH) hätten allein 45 Unternehmen Umsatzausfälle ab 2004 von insgesamt mehr als 700 Millionen Euro prognostiziert. Die Reform schlage voll ins Kontor, sagte BAH-Experte Herrmann Kortland der "Berliner Zeitung".
Besonders hart treffe manche Unternehmen, dass die gesetzlichen Kassen ab 2004 nur noch für ganz wenige rezeptfreie Arzneimittel, die vom Arzt verschrieben werden, die Kosten erstatten sollen. Allein im Jahr 2002 seien für 2,9 Milliarden Euro rezeptfreie Medikamente zu Lasten der Kassen verordnet worden. Ab 2004 würden davon maximal zehn Prozent erstattungspflichtig bleiben, meint Kortland. Deshalb brächen manchen Unternehmen teilweise bis zu 95 Prozent ihrer Umsätze weg.
"Zahlreiche Firmen haben bereits einen drastischen Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt", sagte der Experte.