Gewerkschaften Britische Regierung soll Rover retten
London - Die "ernsthaften Kaufabsichten" des Phoenix-Konsortiums machen nach Ansicht von Roger Lyons, Chef der Industriegewerkschaft MSF, eine "kreative Finanzierung" erforderlich. Zuvor hatte der Chef des Gewerkschaftsbunds TUC, John Monks, gesagt, die Regierung von Premierminister Tony Blair solle sich "unideologisch" zeigen.
Lyons schlug vor, die Regierung solle eine Teil der 22,48 Milliarden Pfund (74 Milliarden Mark) verwenden, die in der vergangenen Woche aus der Versteigerung der Lizenzen für den Mobilfunk der Dritten Generation (UMTS) in die Staatskasse geflossen waren.
Die "Times" meldete am Montag, BMW habe bereits vor Beendigung seiner Verhandlungen mit dem Risikokapitalfonds Alchemy Partners "Geheimkontakte" zu Phoenix aufgenommen. Dies habe möglicherweise zu dem überraschenden Zusammenbruch der Verhandlungen mit Alchemy am Freitag beigetragen.
Nach den Worten von Industrieminister Stephen Byers hat Phoenix bisher keine Subventionen beantragt. Nach einem Bericht des "Guardian" ist Byers aber zu einer Staatshilfe von umgerechnet rund einer halben Milliarde Mark bereit.
Towers will Rover erhalten und pro Jahr 250.000 Autos bauen. Das Konsortium geht laut "Sunday Times" mit einem Angebot von 1,2 Milliarden Pfund in die Verhandlungen mit BMW. Auf welche Finanzkraft sich Phoenix dabei stützt, ist unklar. Die britische Bank Abbey National dementierte Berichte, sie habe Phoenix 500 Millionen Pfund zugesagt. "Da ist absolut nichts dran", sagte ein Sprecher.