Gewerkschaften zu Köhler: "Vertreter des großen Geldes" - DER SPIEGEL
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Gewerkschaften zu Köhler "Vertreter des großen Geldes"

Die Gewerkschaften haben Vorbehalte gegen die Nominierung Horst Köhlers zum Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter ist der ehemalige IWF-Chef eine Art trojanisches Pferd des internationalen Finanzkapitals.
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Frankfurt am Main - Der bisherige Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) sei "ein Vertreter des großen Geldes und nicht des kleinen Mannes", sagte Andreas Steppuhn vom Vorstand der IG Bauen-Agrar-Umwelt. IG-Metall-Chef Jürgen Peters stellte die kritische Frage, "ob nun gerade ein dezidierter Vertreter der internationalen Finanzpolitik höchster Repräsentant der Bundesrepublik werden soll".

Die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Margret Mönig-Raane sagte der "Bild"-Zeitung, die Benennung des 61-Jährigen zeige unabhängig von seiner Persönlichkeit, dass alles der "kühl kalkulierenden Wirtschaft untergeordnet" werde. Und der thüringische SPD-Landesvorsitzende Christoph Matschie sagte, Köhler sei zu weit weg von den Problemen der Menschen in Deutschland.

Unterdessen lobte der frisch gebackene Kandidat des bürgerlichen Lagers die Agenda 2010 von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) als "richtigen historischen Schritt". "Wir müssen den Sozialstaat durch Umbau sichern, daran gibt es gar keinen Zweifel." Einen politischen Machtwechsel verbindet Köhler nach eigenen Worten mit seiner möglichen Wahl als Nachfolger von Bundespräsident Johannes Rau am 23. Mai nicht, wie er dem SPIEGEL sagte.