Gewerkschaftsstreit GDL droht mit Verschiebung des Tarifvertrags
Berlin - Ohne Abkommen kein Tarifvertrag: Sollte es heute zwischen den drei Bahngewerkschaften keine Einigung geben, werde die Deutsche Bahn den Tarifvertrag nicht unterzeichnen, teilte das Unternehmen mit. GDL, Transnet und GDBA treffen sich heute in Frankfurt am Main zu Beratungen über ein Kooperationsabkommen. Damit sollen die jeweiligen Tarifverträge konfliktfrei in das gesamte Tarifwerk für die 135.000 Beschäftigten der Deutschen Bahn AG eingepasst werden.
Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge droht das Abkommen allerdings am Widerstand der GDL zu scheitern. Bisher zeichne sich keine Kompromisslinie ab. Aus Gewerkschaftskreisen hieß es, dass das Treffen wahrscheinlich kein Ergebnis bringen werde. Damit würde die Voraussetzung für ein pünktliches Inkrafttreten des Tarifvertrags entfallen.
Der Tarifvertrag, auf den sich GDL und die Bahn Ende Januar geeinigt hatten, sieht eine Einmalzahlung von 800 Euro für die Zeit vom 1. Juli 2007 bis 29. Februar 2008 vor sowie acht Prozent mehr Gehalt ab 1. März. Das Tarifwerk, in das der Vertrag eingepasst werden soll, umfasst einen Basis-Tarifvertrag und spezifische Verträge für einzelne Berufsgruppen.
In den Auseinandersetzungen mit der Bahn hatte die Transnet der GDL die Verhandlungshoheit über die Lokführer zugestanden. Nach wie vor ist strittig, ob dazu auch die Lokrangierführer und jene Lokführer-Azubis gehören, die seit 1. Januar in der Bahn-Tochter DB Zeitarbeit ausgebildet werden. Im Gegensatz zu den Streckenlokführern gehört die Mehrheit der Rangierlokführer nicht der GDL an. Diese teilte mit, dass heute die Frage des Geltungsbereichs geklärt werden solle. Die Bahn selbst hat in einem gestern veröffentlichten Organigramm die Lokrangierführer unter "Zugbildung und Bereitstellung" eingeordnet und nicht unter dem Bereich "Lokführer".
sil/ddp