Gewinnchancen: Alarm aus Fernost - DER SPIEGEL
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Gewinnchancen Alarm aus Fernost

Für die deutschen Mobilfunkbetreiber könnten sich die sündhaft teuren UMTS-Lizenzen nicht auszahlen. Die Technologie sei nicht ausgereift, warnt nun auch der japanische Branchenpionier NTT DoCoMo.
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London - Der japanische Mobilfunkbetreiber befürchet, dass sich die Hoffnungen auf große Gewinne bei der Mobilfunktechnologie der dritten Generation nicht erfüllen werden. Die europäischen Unternehmen hätten Mühe, ihre Investitionen in Höhe von 100 Milliarden Euro für die UMTS-Lizenzen zu rechtfertigen, meinte Keichi Enoki, der das erfolgreiche Internetangebot "i-mode" von DoCoMo leitet. "Ich glaube nicht, dass sich das Geschäftsmodell beim Wechsel von der zweiten zur dritten Generation grundlegend ändert", sagte er der Wirtschaftszeitung "Financial Times".

NTT DoCoMo gilt als Pionier des mobilen Zugangs zum Internet. Japan wird im kommenden Jahr als erstes Land UMTS-Dienste anbieten. DoCoMo habe festgestellt, dass diese Technologie nicht zur Übertragung großer Datenmengen geeignet sei, sagte Enoki. Im Gegensatz zu den Erwartungen großer europäischer Netz-Betreiber sei es nicht sinnvoll, ganze Videoclips oder Musikstücke mit dieser Technik auf das Mobiltelefon zu übertragen. Man werde daher kleinere "Appetithappen" anbieten, die Datenübertragung der vollständigen Stücke bleibe aber günstigeren und technisch ausgereifteren Wegen überlassen.

Die Einnahmen durch das Internetangebot "i-mode", vergleichbar mit dem WAP (Wireless Application Protocol) in Europa, "normalisieren sich", sagte Enoki. Mehr als 15 Millionen Kunden habe dieses seit Februar 1999 auf dem Markt befindliche Angebot in Japan, diese Zahl sei deutlich höher als die der WAP-Kunden in Europa. Obwohl die Zahl der Kunden nach wie vor stark wachse, gingen die Einnahmen zurück.