Gewinnsprung SAP übertrifft alle Erwartungen
Walldorf - Im Vergleich zum Vorjahresquartal legte der Nettogewinn um 25 Prozent auf 252 Millionen Euro zu, teilte SAP am Donnerstag im baden-württembergischen Walldorf mit. Der bereinigte operative Gewinn stieg von 319 Millionen auf 423 Millionen Euro.
In Folge der guten Quartalszahlen hob der Softwarekonzern seine Ergebnisprognosen für 2003 leicht an. So rechnet SAP im Gesamtjahr mit einem Anstieg der operativen Marge ohne Sonderaufwendungen um zwei auf 24,7 Prozent. Bislang ging das Unternehmens von einem Plus von einem bis anderthalb Prozent aus. Der Gewinn je Aktie dürfte am oberen Ende der angegebenen Spanne von 3,45 bis 3,60 Euro liegen, hieß es. Das Umsatzvolumen des dritten Quartals hatte SAP bereits zuvor auf 1,65 Milliarden Euro beziffert.
Mit ihrem Ergebnissprung hat SAP seinen Marktanteil gegenüber den wichtigsten vier Wettbewerbern im dritten Quartal nun auf 57 Prozent gesteigert, verglichen mit 55 Prozent im zweiten Jahresviertel 2003. An zweiter Stelle liegen die fusionierten PeopleSoft und J.D. Edwards (JDE) mit 15 Prozent, gefolgt von Oracle mit 14 Prozent, Siebel mit zwölf Prozent und i2 mit zwei Prozent. Die Daten basieren auf den weltweiten Erlösen mit Softwarelizenzen der letzten vier Quartale.
Im US-Geschäft, dem weltweit wichtigsten Softwaremarkt, kletterte der SAP-Marktanteil im dritten Quartal den Angaben zufolge um 4 auf 35 Prozent, während der von PeopleSoft/JDE um 2 auf 27 Prozent sank. An dritter Stelle liegt Oracle gefolgt von Siebel.
PeopleSoft will nun seinen ärgsten Konkurrenten in Europa laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) zumindest auf dem Softwaremarkt für den Mittelstand attackieren. "Wir werden SAP nicht bei Großunternehmen angreifen, sondern unsere Strategie ist, sie im Mittelstand zu überholen", sagte PeopleSoft-Chef Craig Conway der "FTD".