Gewinnwarnung: Börse straft Ericsson ab - DER SPIEGEL
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Gewinnwarnung Börse straft Ericsson ab

Fast neun Milliarden Euro Wertverlust an einem einzigen Tag - der Aktienkurs von Ericsson ist heute drastisch eingebrochen. Der Netzwerk-Ausrüster hatte Anleger mit einer Gewinnwarnung schockiert.
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Stockholm – Die Warnung kam überraschend: Am Morgen teilte Ericsson   mit, dass das Ergebnis im abgelaufenen Quartal ersten Berechnungen zufolge umgerechnet auf 612 Millionen Euro von 962 Millionen Euro im Vorjahr fallen werde. Experten hatten mit einem Anstieg auf 973 Millionen Euro gerechnet. Beim Umsatz rechnet der Konzern mit einem Anstieg auf 4,75 Milliarden Euro. Der Cashflow werde negativ ausfallen und etwa bei 174.900 Euro liegen.

Die Anleger reagierten entsetzt. Der Aktienkurs brach zeitweise um fast 30 Prozent ein. Das Unternehmen verlor damit 8,8 Milliarden Euro seines Börsenwerts. Analysten stuften den Titel von "Buy" auf "Reduce".

Der Konzern habe in den drei Schlüsselmärkten Westeuropa, China und Nordamerika weniger Aufträge für die Erneuerung und Erweiterung von Netzen erhalten als erwartet, sagte Vorstandschef Carl-Henric Svanberg. Die Daten für das dritte Quartal seien "enttäuschend". Auch überraschend geringe Umsätze von Softwareprodukten mit hohen Margen, der starke Fall des US-Dollar und weitere negative Effekte hätten das Quartal belastet. Hinzu komme der Preisdruck auf den gesamten Netzausrüster-Markt.

"Eine Gewinnwarnung dieses Ausmaßes ist sehr, sehr selten", sagte etwa Peter Braendle vom Swisscanto Asset Management. Analyst Greg Johannson von Redeye fügte hinzu: "Wenn sich die Gewinnwarnung allein auf das dritte Quartal bezogen hätte, wären die Aktien nicht so stark unter Druck geraten." Allerdings erwarte Ericsson auch für das vierte Quartal eine sehr geringe Marge von 15 Prozent vor Zinsen und Steuern, was auch negativ auf das kommende Jahr ausstrahlen sollte. Unter dem Strich habe der Netzausrüster damit auch eine Gewinnwarnung für 2008 ausgegeben, hieß es.

Die Analysten der WestLB vermuten hinter der jüngsten Gewinnwarnung mehr als nur ein kurzfristiges Problem. Darüber hinaus leide die Glaubwürdigkeit des Managements unter der Maßnahme, schrieb Analyst Thomas Langer in einer Studie.

Auch andere Aktien wurden von den Problemen bei Ericsson in Mitleidenschaft gezogen: Der Kurs von Alcatel-Lucent  -Lucent fiel um 5,7 Prozent zurück, der von Nokia   um fast drei Prozent. Siemens-Papiere   verloren drei Prozent an Wert - hier hätten zusätzlich noch Gerüchte über eine Gewinnwarnung der Münchener belastet, sagten Händler.

ase/dpa-AFX/Reuters