Gewinnwarnung : Intel bringt Börsen zum Absturz - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Gewinnwarnung Intel bringt Börsen zum Absturz

Von Intel sind die Börsianer das nicht gewohnt. Darum reagierten sie heftig auf die Negativprognose des weltgrößten Chipherstellers.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Intel warnte am Donnerstag nach Börsenschluss, dass die Umsätze im dritten Quartal niedriger als erwartet ausfallen würden. "Vor allem die schwächere Nachfrage in Europa" sei für die Negativprognose verantwortlich. Die Intel-Aktien reagierten mit Kursverlusten von bis zu 21 Prozent im nachbörslichen Handel an der Wall Street - ein Wertverlust von 77 Milliarden Dollar.

Der Chiphersteller erwartet im dritten Quartal nur einen Umsatzanstieg von drei bis fünf Prozent. Das sei niedriger als die bisherigen Erwartungen, betonte die Gesellschaft. Branchenexperten hatten mit einem Umsatzzuwachs von neun bis zehn Prozent gerechnet. Im zweiten Quartal hatte der Umsatz bei 8,3 Milliarden Dollar gelegen.

Andere führende Technologiewerte wie Advanced Micro Devices, Micron Technology, Dell Computer, Compaq Computer, Microsoft, Cisco Systems und Applied Materials brachen auf die Nachricht hin ebenfalls ein. Auch am deutschen Aktienmarkt löste die Gewinnwarnung Panik aus. Branchenkenner befürchten, dass eine schwächere PC-Nachfrage auch andere Hardware- und Software-Unternehmen treffen könnte.

Intel erläuterte die Geschäftssituation in Europa nicht näher und machte auch keine genaue Gewinnprognose. Das Unternehmen erwartet für das dritte Quartal eine Bruttogewinnmarge von 62 Prozent mit einem Spielraum von einem Prozent nach oben oder unten. Bisher hatte es mit einer Bruttogewinnmarge von 63 bis 64 Prozent gerechnet.

Analysten glauben, dass auch der schwache Euro das Intel-Geschäft in Europa beeinträchtigt habe. Inzwischen haben zahlreiche US-Unternehmen auf Grund der Wechselkursveränderungen Gewinnwarnungen ausgegeben.

Verwandte Artikel