Gewinnwarnung: Ryanair-Aktie bricht um über 20 Prozent ein - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Gewinnwarnung Ryanair-Aktie bricht um über 20 Prozent ein

Erstmals konnte der irische Billigflieger Ryanair keine fleckenlose Bilanz vorlegen. Im dritten Quartal wurde zwar mehr verdient als im Vorjahr, für das Gesamtjahr wird jedoch ein Rückgang des Gewinns angekündigt. Die Papiere des erfolgsverwöhnten Unternehmens verloren daraufhin an der Börse in Dublin rund 23 Prozent.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Im dritten Quartal erwirtschaftete Ryanair eigenen Angaben zufolge einen Nachsteuergewinn vor Sonderposten und Goodwill in Höhe von 47,5 Millionen Euro. Vor einem Jahr waren es noch 43,2 Millionen Euro gewesen. Auf die einzelne Aktie gerechnet erhöhte sich der Gewinn von 5,72 auf 6,27 Cent. In dieser Zeit seien die durchschnittlichen Kartenpreise allerdings um 11 Prozent gesunken, so Ryanair. Sollte sich der aktuelle Trend fortsetzen, dann rechnen die Iren im Gesamtjahr einen Gewinnrückgang um zehn Prozent. Für das vierte Quartal geht Ryanair davon aus, dass sich die Durchschnittserlöse um 25 bis 30 Prozent verringern.

Die Aktie von Ryanair ist daraufhin im frühen Handel an der Börse in Dublin um rund 23 Prozent auf 5,22 Euro eingebrochen.

Am Dienstag hatte Ryanair-Manager Jim Callaghan außerdem angekündigt, dass sein Unternehmen Gelder zurückzahlen muss, die es bei der Kooperation mit dem Regionalflughafen Charleroi in der Nähe von Brüssel erhalten hat. Hintergrund sei eine anstehende Entscheidung der EU-Kommission, wonach diese Staatshilfen als unerlaubte Subventionen gewertet werden. Callaghan zufolge werden die erforderlichen Zahlungen dafür in Millionenhöhe liegen. Die "Financial Times" bezifferte den Betrag mit 15 Millionen Euro. Mit diesem Schritt wäre Ryanair hart getroffen. Als Billigfluglinie ist Ryanair darauf ausgerichtet, Regionalflughäfen besonders gute Konditionen abzutrotzen.