GfK-Studie: Konsumklima bleibt frostig - DER SPIEGEL
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GfK-Studie Konsumklima bleibt frostig

Höhere Löhne - nach Überzeugung der Gewerkschaften liegt hierin der Schlüssel zur Ankurbelung der Binnennachfrage. Die aktuellen Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung widerlegen diese Theorie. Danach haben die Verbraucher ihren Konsumstreik noch keineswegs eingestellt.
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Nürnberg - Stagnation ist noch das Beste, was die Konsumforscher verkünden können. Der Indes für das Konsumklima der GfK verharrt auch für den März bei 4,5 Punkten. Von Thomson Financial News befragte Volkswirte hatten sogar einen leichten Rückgang auf 4,4 Punkte erwartet. Ein Konsumfrühling sei noch nicht in Sicht. Voraussetzung dafür, dass der private Verbrauch einen positiven Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland leisten könne, seien eine anhaltend gute Lage am Arbeitsmarkt und akzeptable Preise.

Die anhaltend hohen Preise für Benzin und Lebensmittel sorgten bei den Verbrauchern immer noch für Zurückhaltung, hieß es bei der GfK. Auch dämpfe die anhaltende Unsicherheit über die Folgen der US-Hypothekenkrise für die globale Wirtschaft die Stimmung. Trotz eines generell schwierigeren Umfeldes für die Wirtschaft in Deutschland hält Wübbenhorst aber nicht viel von klassischen Konjunkturprogrammen: "Deutschland braucht vor allem eine Fortsetzung der Strukturreformen." Ein Konjunkturprogramm sei nur dann sinnvoll, wenn es nachhaltig sei und nicht nur auf den Wähler schiele, betonte Wübbenhorst. "Wichtiger als zusätzlich Geld auszugeben ist die Frage, wie man die Abgabenlasten und die Lohnnebenkosten weiter senkt und das Vertrauen der Bürger fördert."

Während die Konjunkturerwartungen und die Anschaffungsneigung im Februar auf Monatssicht nachgaben, verbesserten sich im Sog des Metall-Tarifabschlusses die Einkommensaussichten. Damit ergibt sich eine zum Vormonat spiegelbildliche Entwicklung. Der gegenläufige Zick-Zack-Kurs der Einzelindikatoren führe insgesamt zu einer Stagnation des Konsumklimas. Die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung brach um 14,1 Punkte auf 14,6 Punkte ein. Angesichts steigender Preise hielten sich die Verbraucher auch mit größeren Anschaffungen weiter zurück. Der entsprechende Wert sank um 6,2 Punkte auf minus 15 Punkte. Die Verbraucher seien beunruhigt. Vor allem die Sorge um steigende Preise veranlasse die Konsumenten zur Zurückhaltung.

Angst vor Rezession in den USA

Die Verbraucher können der GfK zufolge nach wie vor nur schwer erkennen, inwieweit die deutsche Wirtschaft von einer eventuellen Rezession in den USA in Mitleidenschaft gezogen würde. Dagegen ließen sich die Verbraucher in ihren Erwartungen an die Konjunktur nach den alarmierenden Einbrüchen im Vormonat nicht mehr von der Börsenentwicklung beirren. Die sich auch in Deutschland ausweitenden Folgen der Hypothekenkrise in den USA und der grundsätzlich dämpfende Einfluss auf die US-Konjunktur sorge aber für eine nachhaltige Verunsicherung. Der Aufschwung komme in Form steigender Löhne inzwischen zwar bei den Verbrauchern an. Die Angst, dass diese aber durch deutliche Preissteigerungen wieder zunichte gemacht würden, sei aber nach wie vor spürbar.

Die enttäuschende Konsumentwicklung zum Jahresausklang 2007 und zu Beginn des laufenden Jahres hat auch den Optimismus der GfK-Forscher gedämpft: "Angesichts der anhaltenden Risiken werden wir die bisherige Prognose von einem Konsumwachstum von bis zu 1,5 Prozent 2008 auf jeden Fall auf den Prüfstand stellen", sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst. Die Entwicklung im nächsten Monat werde sehr genau beobachtet. Der Ausgang der Prüfung sei derzeit zwar grundsätzlich noch offen. Angesichts der anhaltenden Verunsicherung der Verbraucher sei aber "keine Revision nach oben zu erwarten". Unsicherheit sei nie gut für den Konsum, denn dann neigten die Konsumenten zur Vorsicht.

Die Skepsis der GfK-Experten wird auch von den Volkswirten der Banken geteilt. Für die Konsumstimmung zeichne sich nach wie vor keine klare Richtung ab, heißt es zum Beispiel in einer Studie der UniCredit. "Das Tauziehen zwischen Inflationssorgen und der Aussicht auf steigende Einkommen dürfte nicht rasch entschieden werden". Die Einkommenserwartungen dürften zwar auch durch den anhaltenden Aufschwung am Arbeitsmarkt gestützt werden. Bei der Konsumstimmung in Deutschland fehle aber weiter ein klarer Trend. Das GfK-Konsumklima stagniere praktisch schon seit November auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

mik/dpa/ddp/dpa-AFX