Gigabell: Aktie im Totalausverkauf - DER SPIEGEL
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Gigabell Aktie im Totalausverkauf

Mit Beginn des Insolvenzverfahrens kam die Gigabell-Aktie wieder in den Handel. Nach Ansicht des Insolvenzverwalters wäre es besser, "Monopoly zu spielen".
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Frankfurt am Main - Vor Aussetzung des Handels am Montag kosteten Gigabell-Aktien noch rund 7,40 Euro. Zu Handelsbeginn am Donnerstag stürzte das Papier dann um knapp 80 Prozent ab. Bis zum Mittag trieben erste wagemutige Käufer den Kurs aber wieder auf rund drei Euro. Einst notierten die Aktien des ersten Pleitiers am Neuen Markt bei mehr als 130 Euro.

Am Mittwoch hatte das Amtsgericht Frankfurt das Insolvenzverfahren über den Telekommunikationsanbieter eröffnet. Als Insolvenzverwalter wurde Betriebswirt Dirk Pfeil bestätigt, der sich bereits seit Wochen um die Rettung der Gesellschaft bemühte. Er erklärte die Aktien von Gigabell zum "Unwert" und sagte, dass es "mehr Vergnügen bereiten dürfte, Monopoly zu spielen", als weiter mit der Aktie zu spekulieren.

Mit dem Verkauf der einzig werthaltigen Firmenteile an den finnischen Telekom-Konzern Jippii konnte Pfeil Gigabell zumindest vor der sofortigen Liquidation bewahren. Die Finnen haben sich allerdings nur die Rosinen herausgepickt.

Für Anlagen und Kundenadressen der Gigabell zahlen die Skandinavier zehn Millionen Mark. Auch die knapp 200 Beschäftigten wechseln zu Jippii. Lediglich die Telefon-Lizenzen und die Schulden von etwa 50 Millionen Mark bleiben bei Gigabell.

Während die Arbeitsplätze nach Einschätzung Pfeils damit gerettet sind, bleibt vom Unternehmen wahrscheinlich nur der "Firmenmantel" übrig. Ob Gigabell aber überhaupt noch einmal Geschäfte tätigen kann, sei derzeit nicht abzuschätzen, so der Insolvenzverwalter.