Gigantische Aktienausgabe: GM startet eigene Verstaatlichung - DER SPIEGEL
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Gigantische Aktienausgabe GM startet eigene Verstaatlichung

General Motors macht ernst: Der angeschlagene US-Autohersteller plant, 60 Milliarden neue Aktien auszugeben und damit seine Schulden abzuzahlen. Die jetzigen Papiere des Unternehmens würden damit quasi wertlos - und der Staat neuer Großaktionär.
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Detroit - Es ist das Ende der Unabhängigkeit: Der um sein Überleben kämpfende US-Autobauer General Motors (GM) will bis zu 60 Milliarden neue Aktien ausgeben, um seine Schulden zu begleichen. Das Vorhaben müsse lediglich vom Finanzministerium abgesegnet werden, da die US-Regierung die Mehrheitsaktionärin bei einem neu strukturierten GM-Konzern sei, teilte die Opel-Mutter am Dienstag mit.

GM ist bei der Regierung, seinen Anleihebesitzern und der Gewerkschaft UAW in Milliardenhöhe verschuldet. Dieser Tausch von Schulden in Aktien gehört zu einer Vereinbarung mit dem US-Finanzministerium, nach der die Regierung mindestens die Hälfte der Unternehmensschulden im Gegenzug für GM-Aktien übernehmen soll. Der Tausch würde dazu führen, dass die derzeitigen GM-Aktionäre nur noch ein Prozent an einem neu geformten Autokonzern hielten.

Der vor der Pleite stehende Autohersteller hatte Ende April einen dritten Sanierungsplan vorgelegt, mit der der Konzern sein Überleben sichern will. Danach strafft GM wie erwartet seine Konzernstruktur und will seine Geschäftstätigkeit künftig nur noch auf vier Konzernmarken ausrichten. Außerdem sollen 20.000 Stellen abgebaut werden.

GM rechnet mit weiteren Milliarden vom Staat

Mit dem neuen Rettungskonzept hatte der Konzern gleichzeitig indirekt bei der Regierung von Washington um eine weitgehende Verstaatlichung gebeten. Im Gegenzug für einen Großteil der Regierungskredite soll der Staat als größter Gläubiger mindestens 50 Prozent der Anteile an GM bekommen. GM hat bisher insgesamt 15,4 Milliarden Dollar staatliche Unterstützung erhalten und will weitere 14,6 Milliarden.

Derzeit seien Regierung und Konzern noch dabei, die genauen Bedingungen für den Schuldenerlass auszuhandeln. GM hat bisher 15,4 Milliarden Dollar vom Staat erhalten. Bis 1. Juni muss der Konzern einen Sanierungsplan vorlegen oder in die Insolvenz gehen.

Derzeit notiert die GM-Aktie bei 1,85 Dollar. Sollte GM mit seinem Vorhaben durchkommen, wäre die Aktie in der ersten Phase der GM-Sanierung nur noch etwas über einen Cent wert.

GM teilte zudem mit, mit weiteren 2,6 Milliarden Dollar vom Finanzministerium vor der von der US-Regierung gesetzten Galgenfrist bis zum 1. Juni zu rechnen. Damit würde die Verschuldung von GM bei der Regierung auf 18 Milliarden Dollar steigen. Insgesamt benötige GM voraussichtlich knapp 27 Milliarden Dollar.

sam/Reuters/AP

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