Glänzendes Quartal: Hewlett-Packard vervierfacht Gewinn - DER SPIEGEL
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Glänzendes Quartal Hewlett-Packard vervierfacht Gewinn

Der weltgrößte PC- und Drucker-Hersteller Hewlett-Packard hat seinen Quartalsgewinn vervierfacht. Doch die Freude in dem von einem Spionageskandal erschütterten Unternehmen ist gedämpft: Die Börsenaufsicht habe ihre Ermittlungen ausgeweitet, lautete die zweite Nachricht des Tages.
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San Francisco - Das zuletzt von einem Spionagekonzern erschütterte US-Unternehmen sprach vom besten Vierteljahr seit Jahren: Umsatz und die Gewinnmargen seien in sämtlichen Kernbereichen gestiegen, teilte Hewlett-Packard   (HP) mit. Der Umsatz wuchs allein in der lukrativen Foto- und Druckersparte um sieben Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar. "Das ist einer der größten Zuwächse, die wir je hatten", sagte Konzern-Chef Mark Hurd. HP hatte kürzlich seinen Erzrivalen Dell   erstmals seit 2003 wieder als PC-Branchenführer abgelöst .

Der Nettogewinn stieg in den drei Monaten bis Ende Oktober auf 1,7 Milliarden Dollar. Im Vorjahr musste sich HP noch mit einem Ergebnis von 416 Millionen Dollar begnügen. Vor Sonderposten lag der Gewinn diesmal bei 68 Cent je Aktie. Der Umsatz legte um sieben Prozent auf 24,6 Milliarden Dollar zu. Beide Kennziffern waren höher als erwartet. Im Firmenkundengeschäft mit Datenspeichern und Servern wuchs der Umsatz um vier Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar. Mit Software setzte HP 14 Prozent mehr um, die Service-Sparte erlöste mit 4,1 Milliarden Dollar fünf Prozent mehr.

Der im Juli 2005 angekündigte Abbau von 15.300 Arbeitsplätzen sei fast beendet, erklärte Hurd weiter. Die Kosten hierfür hatten das Ergebnis vor einem Jahr noch belastet. Für das laufende erste Geschäftsquartal erwartet HP einen Gewinn einschließlich bestimmter Sonderposten von 60 bis 62 Cent je Aktie und einen Umsatz zwischen 24,1 und 24,3 Milliarden Dollar. Dies ist etwas mehr als am Markt bislang vorausgesagt: Analysten hatten einen Gewinn von 60 Cent je Papier und einen Umsatz von 23,9 Milliarden Dollar prognostiziert.

Neuer Direktor übernahm heute das Amt

Allerdings war die Freude angesichts der guten Zahlen alles andere als ungetrübt. HP steht derzeit im Zentrum eines Spionageskandals. Die US-Börsenaufsicht habe ihre Untersuchungen gegen den Computerhersteller ausgeweitet, erklärte HP bei der Vorlage des Quartalsberichts. Detektive hatten sich im Auftrag des Konzerns mit Hilfe falscher Identitäten Zugriff auf Telefondaten von Mitarbeitern und Journalisten verschafft. Dadurch wollten sie aufdecken, auf welche Weise Firmeninterna an die Öffentlichkeit geraten waren.

Die Affäre hat mehreren HP-Topmanagern ihre Posten gekostet, darunter auch der Direktoriumschefin Patricia Dunn. Heute wurde mit Wachovia-Chef Ken Thompson ein neues Mitglied in das Direktorium berufen. Thompson ist der siebte externe Direktor. Die nächste Jahreshauptversammlung wurde für den 14. März angekündigt.

HP-Aktien sind in diesem Jahr um mehr als 40 Prozent gestiegen. Der im kalifornischen Palo Alto ansässige Konzern bekam zuletzt Aufwind, als er im dritten Jahresviertel erstmals seit Ende 2003 wieder mehr Computer als sein US-Erzrivale Dell ausliefern konnte. Der HP-Konkurrent leidet seit längerem an einem langsamen Wachstum und akut unter einem massenhaften Laptop-Rückruf wegen fehlerhafter Sony-Akkus. Die US-Börsenaufsicht SEC weitete zudem ihre Bilanz-Untersuchung bei dem Konzern aus. Seine ebenfalls für Donnerstagabend erwartete Quartalsbilanz verschob Dell auf Ende des Monats.

ase/Reuters

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