Goldpreis Kurs für Edelmetall im Sturzflug
New York/Frankfurt - Angesichts der Angst vor einer weltweiten Rezession haben viele Anleger in Gold investiert, das als besonders krisensicher gilt. Nun fiel der Preis für das Edelmetall an der New Yorker Rohstoffbörse "NYMEX" auf 735,20 Dollar je Unze. Das ist der niedrigste Stand seit dem 4. September 2007.
Grund für den Einbruch sind Sorgen um die Weltkonjunktur und ein steigender Dollarkurs. Dies fördert den Ausverkauf von Rohstoffen, die als Absicherung gegen Inflation und eine schwache US-Währung genutzt werden. Analysten zufolge ist der weitere Verlauf des Goldpreises schwer zu prognostizieren. Der Goldexperte Jon Nadler sagte, es sei unklar, ob der Tiefpunkt erreicht sei oder ob der Kurs sogar noch weiter unter die 700-Dollar-Marke fallen könnte.
Auch in Deutschland hat der Preisanstieg des Metalls vorerst ein Ende. Die Anleihe Xetra-Gold der Deutschen Börse brach am Mittwoch um 5,04 Prozent auf 17,90 Euro ein. Bei dem Papier handelt es sich um Schuldverschreibungen, die die Wertentwicklung des Edelmetalls abbilden und einen Lieferanspruch auf ein Gramm Gold je Anteilsschein bieten.
Die Goldpreise unterlagen zuletzt starken Schwankungen. Der bisherige Höhepunkt war bereits im März dieses Jahres mit einem Kurs von knapp über 1000 Dollar erreicht. Danach brach er bis Mitte September um rund 25 Prozent ein. Wegen der jüngsten Entwicklung in der Finanzkrise kletterte der Kurs Anfang Oktober auf knapp 900 Dollar. Aktuell liegt der Wert einer Unze des Edelmetalls wieder bei nur 726 Dollar.
Gold gilt traditionell als Rettungsanker in unsicheren Zeiten. Experten raten Privatanlegern allerdings davon ab, ihr Geld in Goldbarren anzulegen, denn der Markt sei genauso spekulativ wie der Aktienmarkt. Je mehr Anleger in Gold investierten, desto anfälliger für Schwankungen werde der Preis. Von der jetzigen Rohstoffbaisse ist nicht nur das Gold betroffen. Auch die Preise für Silber und Kupfer gaben am Mittwoch an der New Yorker Börse deutlich nach.
rom/AP