Google-Börsengang Emissionsbanken stehen in den Startlöchern
New York - Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg sollen Morgan Stanley und Goldman Sachs das Mandat für die Börseneinführung erhalten. Mit von der Partie seien unter anderem auch die Citigroup, Credit Suisse First Boston, JPMorgan Chase. Bis April soll der IPO des Jahres über die Bühne gehen.
Das Mandat hat es in sich: Google wird auf einen Gesamtwert zwischen zehn und 15 Milliarden Dollar geschätzt. Damit läge Google auf gleicher Höhe mit dem Internet-Buchhändler Amazon und nur knapp hinter Yahoo. Ein Drittel der Aktien soll an die Börse gebracht werden. Den Banken dürfte dies rund 280 Millionen Dollar an Gebühren in die Kasse spülen.
Bislang wollten laut "Handelsblatt" zwar weder Google noch die Emissionsbanken zu den Berichten Stellung nehmen, doch nach Einschätzung vieler Experten spricht einiges für den Zeitplan. Denn die Rahmenbedingungen sind derzeit ausgesprochen günstig. Investoren suchen zurzeit mit großem Eifer nach attraktiven IT-Werten. Der Technologieindex Nasdaq ist in den vergangenen Monaten um 45 Prozent gestiegen und notiert auf den höchsten Stand seit Januar 2002.
Für die IT-Branche käme ein Börsengang von Google wie gerufen, denn er könnte Vorbildfunktion für eine ganze Reihe von Technologiefirmen haben, die Pläne für einen solchen Schritt in der Schublade haben.
Wie hoch die Erwartungen sind, lässt sich daran erkennen, dass bereits einige Experten eine Überhitzung des Marktes befürchten. So warnte zum Beispiel Gottfried Heller, Chef der Münchner Vermögensverwaltung Fiduka und früherer Partner des verstorbenen Börsen-Gurus André Kostolany, in der "Berliner Zeitung" vor übertriebenen Erwartungen an die Google-Aktie. "Google hat mit Sicherheit keine Erfolgsstory vor sich, wie einst Microsoft es vorexerziert hat".
Einige Experten befürchten gar, dass die Kalifornier ihre ursprünglichen Pläne in die Tat umsetzen, einen Teil ihrer Aktien im Internet zu versteigern. Angesichts des neuen Dotcom-Rauschs der Anleger könnte dies den Preis auf ein Niveau treiben, das am Ende insgesamt mehr Schaden als Nutzen bringen würde. Bereits jetzt steht der geschätzte Wert von Google in einem gewissen Missverhältnis zu Umsatz und Gewinn. Offiziell gibt das Unternehmen zwar keine Zahlen heraus, doch man geht von einem Jahresumsatz in Höhe von einer Milliarde Dollar aus, der Netto-Gewinn lag 2003 bei 200 Millionen Dollar. Im Jahr 2004 sollen Umsatz und Gewinn um jeweils 50 Prozent zulegen.
Den Großteil seines Umsatzes erzielt Google mit dem Verkauf bezahlter Links. Dabei kaufen die Kunden das Recht, möglichst weit oben in den Trefferlisten aufzutauchen. Das Angebot ist attraktiv, weil die Suchmaschine täglich mehr als 200 Millionen Anfragen verarbeitet. Google ist damit die unbestrittene Nummer eins in der Liga der Suchmaschinen. Viele Konkurrenten bedienen sich bereits des Such-Algorithmus von Google oder haben das Google-Angebot in ihre Seite integriert. Der Verkauf der Technologie hat sich für Google deshalb zu einem wichtigen Standbein entwickelt.