Graumarktaffäre Ermittlungen gegen Zetsche eingestellt
Stuttgart - Die Ermittlungen gegen Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche in der Affäre um Graumarktgeschäfte des Konzerns sind eingestellt. "Es hat sich kein hinreichender Tatverdacht einer vorsätzlichen uneidlichen Falschaussage ergeben, der eine Anklageerhebung rechtfertigen könnte", sagte eine Sprecherin der Stuttgarter Staatsanwaltschaft den "Stuttgarter Nachrichten".
"Daher haben wir das Ermittlungsverfahren gegen Herrn Zetsche eingestellt." Für eine Bestätigung des Berichts war die Staatsanwaltschaft am Freitagnachmittag nicht zu erreichen.
Zetsche war vorgeworfen worden, in einem Prozess gegen einen Graumarkthändler im Jahr 2002 vor dem Stuttgarter Landgericht als Zeuge die Unwahrheit gesagt zu haben. Bei Graumarktgeschäften werden Fahrzeuge am offiziellen Vertriebsnetz vorbei verkauft, um den Absatz zu steigern. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin im November 2007 Ermittlungen gegen ihn eingeleitet.
Zetsche soll damals vor Gericht bestritten haben, dass der Konzern in seiner Zeit als Vertriebsvorstand in den Jahren 1995 bis 1998 solche Geschäfte systematisch gefördert und toleriert habe.
Der Daimler-Kritiker und Buchautor Jürgen Grässlin hatte daraufhin der Staatsanwaltschaft Unterlagen vorgelegt, die diese Behauptung als Lüge entlarven sollten, hieß es in dem Bericht weiter. Die Staatsanwaltschaft fand für diesen Vorwurf aber keinen Beweis.
"Anhand unserer Unterlagen können wir nicht nachweisen, dass Herr Zetsche positiv Kenntnis hatte von den entsprechenden Aktivitäten oder sie billigend in Kauf genommen hat", sagte die Sprecherin dem Blatt.