Greenspan "Ich hoffe, ich war zweideutig genug"
Washington - "Ich hoffe, ich war zweideutig genug, den Zeitpunkt nicht angedeutet zu haben, wann wir uns bewegen werden", sagte Greenspan den Abgeordneten. Er hoffe, er habe die üblich unklare "Fed-Sprache" angemessen verwendet, witzelte der für seine verquasten Andeutungen berüchtigte US-Notenbankchef.
Offenbar mit Erfolg: Während einige Beobachter den Aufschwung der Börsen auf seine Rede zurückführten, sagten andere, Greenspan habe die Märkte nicht bewegt. Immerhin bemerkte der oberste US-Währungshüter: "Die Inflation ist sehr gut eingedämmt." Beobachter halten dies für einen erneuten Hinweis auf baldige Zinssenkungen.
Allerdings untermauerte Greenspan seine Einschätzung, dass die kurzfristigen Wirtschaftsdaten Grund zur Sorge bereiteten. "Die Vorhersagen sind schrecklich. Wir müssen sie verbessern", sagte er.
Erneut stärkte der Fed-Chef US-Präsident George W. Bush den Rücken für Steuersenkungen. "Wenn der Maßstab ein stabiler Haushalt ist, ist es meiner Ansicht nach viel besser, dass die Überschüsse durch Steuersenkungen gesenkt werden als durch eine Steigerung der (staatlichen) Ausgaben." Sollte der Staat zu viele Überschüsse anhäufen, würden die Ausgaben durch politischen Druck "verzerrt". Es sei wirtschaftlich gesünder, wenn private Investoren über das Geld verfügten.