Großbritannien Hamsterkäufe legen Spritversorgung lahm
London - Der Protest erwies sich als Sturm im Wasserglas. Die angedrohten großen Blockaden von Raffinerien und Depots blieben aus. Statt der erwarteten großen Zahl von Demonstranten kamen am Vormittag nur wenige, um ihren Unmut über den teuren Sprit auszudrücken. Anders als bei großen Protestaktionen vor fünf Jahren lief der Verkehr von und zu den Lagern im ganzen Land weitgehend unbehindert.
Vertreter der Gruppen, die im Jahr 2000 mit ihrem Protest an vielen Orten des Landes die Treibstoffversorgung nachhaltig behindert hatten, forderten von der Regierung, angesichts der hohen Rohölpreise den hohen Anteil der staatlichen Abgaben am Benzinpreis zu senken.
Die Treibstoff-Industrie hatte die Verbraucher im Vorfeld der Proteste vor Panikkäufen gewarnt. Dadurch würden nur unnötige Versorgungsengpässe geschaffen. Dennoch hatten nach Zeitungsberichten gestern mehr als 3000 Tankstellen - etwa ein Drittel aller Tankstellen in Großbritannien - ihre Vorräte ausverkauft. Vereinzelt hätten Tankstellenbesitzer die Notlage ausgenutzt und die Preise weiter angehoben, berichtete "The Times". In einigen Teilen Großbritanniens war der Preis für einen Liter Normalbenzin gestern auf mehr als ein Pfund (1,50 Euro) gestiegen.