Großbritannien: Japaner fordern den Euro - DER SPIEGEL
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Großbritannien Japaner fordern den Euro

Wegen des starken Pfund sehen japanische Autokonzerne ihre Erträge in Großbritannien schwinden. Werden keine Lösungen gefunden, droht nun auch Toyota mit der Abwanderung.
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Tokio - "Zuerst werden die Zulieferer das Land verlassen, und dann werden die Autohersteller beginnen, ihre Produktion einzuschränken", sagt der Toyota-Manager Tadaaki Jagawa. Schuld sei die hohe Bewertung des Pfund, wegen der britische Werke zur Zeit einen deutlichen Nachteil gegenüber Fertigungen in der Eurozone haben. Der größte japanische Autohersteller fordert daher einen klaren Zeitplan der britischen Regierung für einen Beitritt zur Europäischen Währungsunion.

Andernfalls würden geplante Investitionen in ein Werk im britischen Burnaston eingefroren oder der Erweiterung eines neuen Werkes in Frankreich zugute kommen. Schon zuvor hatte Nissan gedroht, dass es die im britischen Sunderland geplante Produktion des neuen Micra an Renault-Werke in Frankreich verlieren könnte, falls sich keine positiveren Aussichten abzeichneten. Für den Renault-Konzern, der mit 37 Prozent an Nissan beteiligt ist, wäre die Produktion dort günstiger, obwohl Sunderland über die Fertigungsanlangen des alten Micra verfügt.

Außerdem sind sowohl Toyota also auch Nissan durch ihre Fertigungen in Großbritannien auf inländische Zulieferer angewiesen. Einkäufe werden in hohen Pfundkursen abgerechnet, und die Ausfuhr der fertigen Ware ins europäische Festland verteuert sich. Honda hat die Konsequenzen bereits gezogen: Der Konzern wird den Einkauf seiner Teile in Zukunft weitgehend von der Insel auf den Kontinent verlagern. Der amerikanische Ford-Konzern stellt seine Autofertigung im britischen Degenham voraussichtlich ganz ein.

Wegen der ablehnenden Haltung der Bevölkerung sieht sich die britische Regierung allerdings außer Stande einen konkreten Zeitpunkt für den Euro-Beitritt zu nennen und den Unternehmen so die Planung zu erleichtern. Für Nissan wird nun an einem Hilfsprogramm gearbeitet, das eine Unterstützung von 100 Millionen Pfund vorsieht. Hiermit sollen Nachteile, die aus der ungünstigen Wechselrate entstehen, kompensiert und Nissans geplante Investitionen zur Erweiterung des Werkes in Sunderland abgesichert werden.

Damit wird sich Toyota aber wohl kaum zufrieden stellen lassen: "Ein Hilfspaket könnte natürlich nicht nur auf ein Unternehmen beschränkt bleiben. Wir würden dann natürlich auch um eines bitten" kommentierte der Toyota-Manager Jagawe die Überlegungen.