Großreinemachen: Bertelsmann will Fachverlage verkaufen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Großreinemachen Bertelsmann will Fachverlage verkaufen

Der Medienkonzern Bertelsmann plant offenbar, seinen Fachverlag BertelsmannSpringer bis Mitte 2003 zu verkaufen. Auch der Internet-Versandhandel BOL wird verkauft.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Gütersloh - Der Bertelsmann-Gruppe will laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) seine Fachverlagsgruppe BertelsmannSpringer bis spätestens Juli 2003 für 900 Millionen Euro verkaufen. Es wäre der wohl größte Verlagsdeal der deutschen Geschichte. Zu dem Großverlag gehören unter anderem Publikationen wie die "Ärzte-Zeitung" oder der "Platow-Brief".

Die Zeitung bezieht sich in ihrem Bericht vom Freitag auf ein internes Papier des Verlags. Danach soll die Gruppe nicht aufgeteilt, sondern als Ganzes veräußert werden, habe Bertelsmann-Manager Arnold Bahlmann den Mitarbeitern mitgeteilt.

Ein Bertelsmann-Sprecher habe die Verkaufssumme als Spekulation bezeichnet, schreibt die "SZ". Vorstandschef Gunter Thielen habe bei einem Pressegespräch in Frankfurt einen Preis zwischen 750 Millionen und 1,25 Milliarden Euro genannt.

BOL wird verkauft

Die Bertelsmann DirectGroup, in der die Internetaktivitäten des Medienunternehmens gebündelt sind, hat die Online-Shops von Bertelsmann Online (BOL) in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich an die Buch.de Internetstores AG verkauft. Im Gegenzug erhält die DirectGroup einen Anteil von 25,1 Prozent an der börsennotierten Buch.de   und 800.000 Euro, teilte das Unternehmen am Freitag in Gütersloh mit.

Die Internet-Auftritte von BOL in Deutschland, der Schweiz und Österreich sollen erhalten bleiben. In Schweden verkaufte die DirectGroup ihren 50-Prozent-Anteil an den schwedischen Joint-Venture-Partner Bokus. Über den Kaufpreis wurde bisher nichts bekannt.