Ground Zero: Gedenkstätte soll fast eine Milliarde Dollar kosten - DER SPIEGEL
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Ground Zero Gedenkstätte soll fast eine Milliarde Dollar kosten

Die Querelen um die Bauarbeiten an der Stelle des ehemaligen World Trade Center nehmen kein Ende. Nachdem endlich mit dem Bau des "Freedom-Towers" begonnen wurde, schießen nun die Kosten der geplanten Gedenkstätte in die Höhe.
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New York – Nach neuesten, zuverlässigen Schätzungen würden die Kosten für sämtliche Gebäude auf dem sechseinhalb Hektar großen Komplex der Anlage 972 Millionen Dollar betragen, berichtet die "New York Times" (NYT). Den größten Teil der Kosten nimmt demnach mit 672 Millionen Dollar der Bau der Gedenkstätte selbst und der eines Museums ein, die gemeinsam an die Opfer des 11. September erinnern sollen.

Mit fast einer Milliarde Dollar wäre der Gedenkstätten-Komplex das mit Abstand teuerste Denkmal in den USA. An Platz zwei folgt abgeschlagen das Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs in Washington mit 182 Millionen Dollar, das im Jahr 2004 errichtet wurde.

Mit der alarmierenden Kostenschätzung geht der Ärger um die Gestaltung des Ground Zero in eine neue Runde. Dort hatten die Terroranschläge vom 11. September 2001 die Zwillingstürme des World Trade Center in Schutt und Asche gelegt. In den vergangenen Jahren hatte es zwischen dem Pächter des Gebäudes, dem New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg und der Stadt erbitterten Streit um die Kosten und das Design des Projekts gegeben.

Seit vergangener Woche hat nun nach langer Verzögerung der Bau des umstrittenen Büro-Wolkenkratzers "Freedom-Tower" begonnen, der etwa zwei Milliarden Dollar kosten und auf dem Ground Zero anstelle des ehemaligen World Trade Center stehen soll.

Auch der Bau der Gedenkstätte und des Museums sollte eigentlich längst begonnen haben, so der Bericht der "NYT". Die private Stiftung, die die Gedenkstätte errichten wollte, hatte den Baubeginn demnach eigentlich für März vorgesehen – nun steht die Finanzierung des Projekts in Frage: Bisher hat sie nur 130 Millionen Dollar an privaten Spendengeldern eingesammelt, mit denen die Baukosten finanziert werden sollten.

"Jenseits aller Vernunft" sei mittlerweile die Höhe der Kosten für das Denkmal, sagte ein Stiftungsaufsichtsrat der "NYT". Die Gedenkstätte, die zum Teil unterirdisch angelegt werden soll, bildet in dem Entwurf mit Wasserbecken, Wasserfällen und dem Museum das geistige Zentrum des Areals.

Allein die geplanten Kosten für Gedenkstätte und Museum seien innerhalb von nur vier Monaten um 36 Prozent gestiegen, so der Bericht. Daneben seien etwa die Kosten der unterirdischen Kühlanlage von den veranschlagten 41,5 Millionen um 30 Millionen Dollar in die Höhe geschossen. Zudem enthielte die neueste Schätzung zuvor nicht berücksichtigte Kosten wie etwa 25 Millionen Dollar an Versicherungskosten und 22 Millionen Dollar an Austellungskosten für das Muesum.

Nun hat sich die Stiftung an den New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, den New Yorker Gouverneur George Pataki und die Hafenbehörde von New York und New Jersey gewandt, der das Bauland gehört. Die Behörden haben bereits 100 Millionen Dollar Zuschuss für den Bau zugesagt.

Bloomberg stellte jedoch klar, dass das Projekt insgesamt mit einer halben Milliarde Dollar auskommen müsse. "Wir wollen die Gedenkstätte bauen", sagte Bloomberg der "NYT". "Doch wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass in dieser Stadt unterschiedliche Ansprüche bestehen."

ank