Groupware - DER SPIEGEL
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Groupware

• aus DER SPIEGEL 25/1995
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

heißt im Slang der Computergemeinde das Zauberwort, das EDV-Manager und Software-Verkäufer ins Schwärmen bringt. Die neue Art von Computertechnik soll dafür sorgen, daß Computer verschiedenster Art, vom Großrechner bis zum PC, ohne Probleme miteinander kommunizieren können.

Die Software für die Arbeit in Gruppen gilt als Schlüssel für die Zukunft. Techniker einer Firma, die nicht zusammen in einem Büro sitzen, oder Verkäufer und Kunden sollen so über den ganzen Erdball hinweg gleichzeitig an einem Text oder einer technischen Zeichnung arbeiten können. Das spart nicht nur Zeit, sondern vor allem auch Kosten. Manche Nutzer berichten von gewaltigen Produktivitätsfortschritten.

Als Pionier der neuen Supersoftware gilt die US-Firma Lotus. Mit dem Groupware-Produkt »Notes« beherrscht Lotus klar den Markt. Rund 1,7millionenmal wurde das Programmpaket bislang verkauft. Lotus ist damit den härtesten Konkurrenten Microsoft und Novell weit voraus. Frühestens zum Jahresende können die Verfolger ein eigenes Groupware-Produkt herausbringen. Aber die Konkurrenzprodukte werden wahrscheinlich nicht so universell einsetzbar sein. Doch die 1982 gegründete Software-Firma, die mit dem Tabellenkalkulationsprogramm »Lotus 1-2-3« und der elektronischen Post »cc: Mail« schon einmal zwei Bestseller kreierte, hat nicht genug Kapital, um das neue Potential voll auszuschöpfen. Seit Monaten geht der Verkauf sogar zurück, Lotus rutschte in die roten Zahlen.

Im Verein mit dem Multi IBM, mit dem Lotus seit langem zusammenarbeitet, könnte »Notes«, so die sonst eher nüchternen Experten der Marktforschungsfirma Gartner Group, »das Schweizer Messer des Workgroup Computing werden«. Und mit dem angekündigten Zusatz »InterNotes« für die Arbeit via Internet werde das Messer »bald zehn statt nur sechs Klingen haben«.

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