Gut versorgt - DER SPIEGEL
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EADS Gut versorgt

• aus DER SPIEGEL 30/2008
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Beim europäischen Luftfahrt- und Verteidigungsriesen EADS sorgt mal wieder eine Personalentscheidung für Streit zwischen Deutschen und Franzosen. Dabei geht es um Jean-Paul Gut, 47, den ehemaligen Marketing- und Strategiechef, der das Unternehmen vor gut einem Jahr verlassen hat, aber immer noch mit Aufträgen versorgt wird. Gut, Vertrauter des französischen EADS-Großaktionärs Arnaud Lagardère, war im Juni 2007 auf Druck der neuen EADS-Führung ausgeschieden und hatte eine Abfindung von knapp drei Millionen Euro erhalten. Dennoch ist er dem Konzern weiter eng verbunden: als Berater für die Tochter Airbus. Wie ein EADS-Sprecher bestätigt, greift das Unternehmen gern auf die Dienste des im arabischen Raum bestens vernetzten Managers zurück, wenn es etwa darum geht, sich in der aufstrebenden Region Flugzeugaufträge zu sichern. Die üppigen Provisionen im Erfolgsfall sorgen insbesondere bei deutschen Airbus-Managern für Unmut. Sie hegen die Vermutung, dass der Vermittler von ihren französischen Kollegen gezielt unterstützt wird, um ihn finanziell abzusichern und den Informationsfluss zu Lagardère sicherzustellen. Ein EADS-Sprecher weist den Verdacht zurück. Der Ex-Manager habe keinen langfristigen Vertrag mit EADS und würde nur in Einzelfällen verpflichtet. Auch die vergangene Woche auf der Luftfahrtschau im britischen Farnborough verkündeten Großaufträge von Fluggesellschaften wie Emirates seien ohne Guts Hilfe zustande gekommen.

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