Halbjahresbilanz: Kräftige Gewinnsteigerung bei der Deutschen Post - DER SPIEGEL
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Halbjahresbilanz Kräftige Gewinnsteigerung bei der Deutschen Post

Nach einem schleppenden Geschäft zu Jahresanfang konnte der Konzern seine Gewinne im zweiten Quartal kräftig steigern. Die Aktien-Dividende soll für das laufende Jahr sogar um mindestens ein Drittel erhöht werden. Analysten betrachteten das Ergebnis allerdings mit gemischten Gefühlen.
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Bonn -"Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern enttäuschte, während der Überschuss überraschte", hieß es an der Frankfurter Börse. Der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (Ebit) stieg in den ersten sechs Monaten lediglich um 10,6 Prozent auf 1,6 Milliarden an und enttäuschte damit die Erwartungen. Unter dem Strich verdiente das Post- und Logistikunternehmen allerdings im ersten Halbjahr mit 929 Millionen Euro rund 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Im zweiten Quartal steigerte sich der Netto-Gewinn sogar um 76 Prozent auf 484 Millionen Euro.

Das Wertsteigerungsprogramm Star, im Rahmen dessen die Organisationsstruktur des Konzerns umgestellt wird, trug 261 Millionen Euro zum Gewinn bei. Das Ende dieses Jahres auslaufende Programm brachte damit bisher insgesamt 1,1 Milliarden Euro ein. Danach soll ein neues Sparprogramm aufgelegt werden, erklärte Post-Chef Zumwinkel heute.

In erster Linie lassen sich die überraschend hohen Netto-Gewinne jedoch auf die gesunkene Steuerquote und den Wegfall von Firmenwertabschreibungen zurückführen. Vorstandschef Klaus Zumwinkel zeigte sich dennoch optimistisch, dass die Post das angepeilte Jahres-Ergebnis eines Ebit von 3,6 Milliarden Euro erreichen werde. Finanzvorstand Edgar Ernst versprach außerdem, die Dividende werde um mindestens ein Drittel höher ausfallen als bisher angekündigt.

Während im Ausland in der Kernsparte Brief Zuwächse verzeichnet wurden, ging der Gewinn auf dem Heimatmarkt erwartungsgemäß zurück. Das operative Ergebnis der Brief-Sparte, das den Löwenanteil des Post-Gewinns ausmacht, schrumpfte um 5,2 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Im Expressgeschäft legte der operative Gewinn dagegen leicht auf 163 Millionen Euro zu.

Die Sparte bleibt dennoch wegen der prekären Lage auf dem nord- und südamerikanischen Markt das Sorgenkind des Konzerns: Für das Gesamtjahr rechnet die Post dort weiterhin mit einem Fehlbetrag bis zu 300 Millionen Euro. Dank des starken Geschäfts in Asien und Europa wurde beim Expressgeschäft dagegen eine Verdopplung des operativen Gewinns von 367 Millionen Euro im Vorjahr in Aussicht.