Halbjahreszahlen: Metro erleidet Umsatzeinbruch - DER SPIEGEL
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Halbjahreszahlen Metro erleidet Umsatzeinbruch

Der Verfall der Preise und erhebliche Währungsschwankungen machen der Metro zu schaffen: Der Umsatz des größten deutschen Handelskonzerns ist im ersten Halbjahr um knapp eine Milliarde Euro eingebrochen. Jetzt erwägt der Konzern, insgesamt bis zu 17.000 Jobs zu streichen.
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Düsseldorf - Es sind unsichere Zeiten für die Metro: Beim größten deutschen Handelskonzern ist der Umsatz im ersten Halbjahr um 3,2 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro zurückgegangen. Das Ergebnis vor Steuern lag bei minus 24 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sonderfaktoren sank um 20 Millionen Euro auf 307 Millionen Euro und fiel damit etwas besser aus als erwartet.

Als Grund für den Umsatzeinbruch nannte Konzernchef Eckhard Cordes am Montag in Düsseldorf unter anderem negative Währungseffekte in Osteuropa sowie eine abnehmende Inflation vor allem bei Lebensmitteln. Vor allem die schwache Konjunktur in Westeuropa sowie der Währungsverfall in wichtigen osteuropäischen Märkten belasteten den Konzern.

Die Währungseffekte wirken sich in der Bilanz überaus stark aus: Um sie bereinigt wären die Umsätze der Metro um 0,5 Prozent gestiegen. Allein im Osteuropa-Geschäft, in das Metro große Hoffnungen setzt, gingen die Erlöse von April bis Juni um 13 Prozent zurück.

Insbesondere die Großverbrauchermärkte Cash & Carry, die mit Abstand größte Sparte der Metro, waren von Währungsschwankungen betroffen. Ihr Umsatz sank um 6,6 Prozent, das Ebit vor Sonderfaktoren ging um zwölf Prozent zurück. Bei den Real-Supermärkten fielen die Erlöse um 1,5 Prozent. Beim bereinigten operativen Ergebnis fiel ein Verlust von 16 Millionen Euro an. Ein Jahr zuvor belief sich das Minus hier noch auf 25 Millionen Euro.

In Deutschland sei eine robuste Entwicklung verzeichnet worden, hier habe der Umsatz gegen den Trend im Einzelhandel um 0,1 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro zugelegt, teilte Metro mit. Dazu hätten besonders die Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn sowie im zweiten Quartal auch die Real-Märkte beigetragen.

Für das laufende Kostensenkungsprogramm, das bis 2012 ein jährliches Ergebnisverbesserungspotenzial von 1,5 Milliarden Euro bringen soll, fielen im zweiten Quartal 68 Millionen Euro an. Insgesamt rechnet der Metro hier mit einem Einmalaufwand von rund 650 Millionen Euro.

Der Handelskonzern will mit seinem aktuellen Restrukturierungsprogramm jetzt möglicherweise mehr Arbeitsplätze abbauen als geplant . Das Programm mit dem Namen "Shape 2012" soll zu einem Abbau von 15.000 Stellen führen. Jetzt seien bis zu 17.000 möglich, sagte der Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes am Montag.

Cordes nannte erstmals Details zu dem Programm. So solle vom angestrebten Ergebnisverbesserungspotenzial vor Zinsen und Steuern von 1,5 Milliarden Euro bis 2012 der Löwenanteil mit 700 Millionen Euro auf die Großhandelssparte Cash & Carry entfallen. Die SB-Warenhauskette Real solle 400 Millionen Euro generieren, die Technikketten Media Markt/Saturn 250 Millionen Euro und die Galeria-Kaufhof-Warenhäuser 50 Millionen Euro. Der Großteil der Aufwendungen von rund 650 Millionen Euro solle mit 51 Prozent ebenfalls auf Cash & Carry entfallen.

Der Konzern rechnet auch im zweiten Halbjahr mit "keiner wesentlichen Trendveränderung". Auf eine konkrete Prognose für das laufende Jahr verzichtete Metro-Chef Eckhard Cordes abermals. Er sprach lediglich von "Unwägbarkeiten der Konjunktur, die zu Belastungen des Konsumklimas führen könnten". "Ein wichtiger Faktor für die weitere Geschäftsentwicklung im Handel ist die Frage, in welchem Ausmaß Auswirkungen am Arbeitsmarkt zu spüren sein werden." Metro kürzt auch Investitionen, um der Belastung aus der Wirtschaftskrise auf Umsatz und Gewinn entgegenzuwirken.

Der Dax-Konzern Metro ist in 32 Ländern an rund 2100 Standorten tätig. Er beschäftigt gut 300.000 Mitarbeiter.

ssu/dpa-AFX/ddp/Reuters

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