Hamburg: Bürgerstreit um Airbus - DER SPIEGEL
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Hamburg Bürgerstreit um Airbus

In der Auseinandersetzung um den geplanten Bau des Großraum-Airbus A380 in Hamburg wird der Ton immer schärfer. Gewerkschaften und die SPD haben für Dienstag zu einer Demonstration zu Gunsten des Projekts aufgerufen.
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Hamburg - In ganzseitigen Anzeigen appellieren die in der "Allianz für den A380 in der Metropolregion Hamburg" zusammengeschlossenen Kammern und Verbände an die Gegner des Projekts, ihren Widerstand aufzugeben. Das Projekt sei von herausragender Bedeutung für die gesamte Region.

Der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Frank Teichmüller, erklärte in einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt", er verstehe einige der Kläger überhaupt nicht. Er beklagte, dass in Deutschland bei Ansiedlungsprojekten politische Fragen von den Gerichten entschieden würden. "Das Wohl und Wehe wichtiger Wirtschaftsprojekte darf nicht nur von juristischen Formalfragen abhängen", forderte der Gewerkschafter. Wenn der A 380 nicht in Hamburg gebaut würde, verfestigte sich die Meinung, dass größere Projekte in der Hansestadt nicht realisierbar seien.

Das "Schutzbündnis für Hamburgs Elbregion" wehrt sich gegen die Medienoffensive: "Recht hat nicht, wer die größten Anzeigen finanzieren kann." Im Übrigen sei es eher als Zwangsdemo von Abhängigen zu werten, wenn EADS-Beschäftigte während der Arbeitszeit demonstrierten. Damit, so die Interpretation der Umweltschützer, wollten die Verbände dem Hamburger Oberverwaltungsgericht nur "die Pistole auf die Brust setzen".

Das Gericht muss in Kürze darüber entscheiden, ob der Baustopp für den Airbus-Ausbau bestehen bleibt, bis alle rechtlichen Fragen abschließend geklärt sind. Der Airbus kann nur in Hamburg gebaut werden, wenn das Gericht den Baustopp aufhebt.

Neue Argumente in der Sache gibt es indes nicht. Die Befürworter des Airbus A380 verweisen auf 4000 neue Arbeitsplätze bei dem Unternehmen selbst sowie den Zulieferern und erwarten einen technologischen Schub für die gesamte Region. Die Gegner verweisen dagegen auf Aspekte des Natur-, Lärm- und Küstenschutzes und werfen den Behörden falsche Berechnungen vor. Kern der Auseinandersetzung ist die Frage, ob zur Erweiterung des Airbus-Geländes ein Teil der Elbbucht Mühlenberger Loch mit ihrem ökologisch wertvollen Süßwasserwatt zugeschüttet werden darf.