Handelsbilanz: US-Rekorddefizit treibt Eurokurs - DER SPIEGEL
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Handelsbilanz US-Rekorddefizit treibt Eurokurs

Ein Rekorddefizit in der US-Handelsbilanz hat den Eurokurs am Mittwoch wieder über die Marke von 1,32 Dollar getrieben. Binnen weniger Minuten schnellte der Kurs der Gemeinschaftswährung um gut einen Cent in die Höhe.
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Frankfurt am Main - "Die Defizitsituation in den USA spitzt sich überraschend weiter zu. Die Entwicklung ist Besorgnis erregend", sagte Devisenexperte Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank. Trotz des schwächeren Dollar steige der Kapitalbedarf der größten Volkswirtschaft der Welt weiter. Angesichts des überragenden Gewichtes des Dienstleistungssektors in den USA werde die Abwertung des Dollar auch künftig nicht zum erhofften geräuschlosen Abbau des Defizits führen.

Bezeichnend für die anhaltende Schwäche der US-Wirtschaft sei der Rückgang der Exporte im November. Dieser trieb das Handelsbilanzdefizit bei gleichzeitig steigenden Importen mit 60,3 Milliarden Dollar auf ein neues Rekordniveau.

Volkswirte hatten hingegen mit einem leichten Rückgang des Defizits gerechnet. Die negative Handelsbilanz ist mitverantwortlich für das enorme Leistungsbilanzdefizit, das wiederum als wichtiger Grund für die anhaltende Dollar-Schwäche gilt.

"Sollte die ausländische Nachfrage nach US-Exporten weiter so schleppend verlaufen, wäre eine Stabilisierung des Defizits nur über niedriges Wachstum in den USA zu realisieren", gibt auch Volkswirt Gerald Müller von der Commerzbank zu bedenken. Die Hoffnungen, dass der weiterhin kräftig steigende private Verbrauch auf ein solides Wachstum im vierten Quartal hindeutet, relativiere sich vor diesem Hintergrund.

Zu einem großen Teil sei die zusätzliche Konsumnachfrage wohl aus dem Ausland bedient worden. Auch Hellmeyer sieht in den jüngsten Daten eher Zeichen der Schwäche. Die derzeit von vielen Experten veranschlagte Wachstumsrate von 3,5 bis vier Prozent 2005 sei deutlich zu hoch gegriffen.

Am Nachmittag kostete ein Euro 1,3277 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs vor Veröffentlichung der Daten noch auf 1,3139 Dollar festgesetzt. Der Dollar war damit 0,7611 Euro wert.