Handelsbilanz USA stellen Minusrekord auf
Washington - Die USA haben im August durch Exporte erneut weniger verdient, als sie für Importe ausgegeben haben. Das Defizit erhöhte sich um drei Prozent auf ein neues Rekordhoch von rund 70 Milliarden Dollar.
Für die Experten kam die Meldung überraschend. Sie hatten im Vorfeld eigentlich mit einem Rückgang des Defizits gerechnet. Doch der hohe Ölpreis machte ihnen wohl einen Strich durch die Rechnung. Allein der Fehlbetrag mit den Erdöl exportierenden Ländern erhöhte sich auf rund 11 Milliarden Dollar. Die Preise für importiertes Öl waren im August um rund 1,50 Dollar gestiegen, sind aber seither wieder gefallen.
Weitere Belastung für die Handelsbilanz, waren die US-Einfuhren aus China. Aus dem Land im Fernen Osten importierten die Amerikaner rund 22 Milliarden Dollar mehr als sie dorthin exportierten. So viel wie nie. Auf chinesischer Seite ist dagegen mit einem drastischen Überschuss zu rechnen. Die US-Regierung sieht die künstlich niedrig gehaltene chinesische Währung Yuan als einen der zentralen Faktoren für das Ungleichgewicht.
Der hohe Fehlbetrag in der Handelsbilanz könnte zu einer Abwertung des Dollars führen. Um das zu verhindern, benötigt die USA massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland. Entsprechend positiv reagierte der europäische Markt für Staatsanleihen auf die Nachrichten aus Übersee. "Die europäischen Papiere werden dadurch tendenziell attraktiver", wird ein Händler zitiert.
Der derzeit sinkende Ölpreis könnte das US-Handelsdefizit aber bald wieder deutlich verringern. "Auf mittlere Sicht ist aber höchstens mit einer Stabilisierung zu rechnen", werden Experten zitiert.
bay/dpa-AFX/Reuters