Handelsflaute Arcandor will Gehälter kürzen
Bei den beiden Töchtern Karstadt und Primondo sowie der Arcandor-Holding sollen in den kommenden drei Jahre Personalkosten "im nicht näher bezifferten Umfang" eingespart werden. Das teilte der Konzern am Donnerstag mit. Auf das Sparpaket hätten sich Management, Betriebsräte und die Gewerkschaft Ver.di geeinigt.
In Kürze sollen die Verhandlungen zu den Einzelheiten des Sparpakets beginnen. Im Gegenzug sollen bestehende Arbeitsplätze "weitestgehend" erhalten bleiben. Ausgenommen von den Sparmaßnahmen ist lediglich die Reisetochter Thomas Cook.
Der Konzern hatte sich erst vergangene Woche nach langem Ringen mit den Banken neue Kreditzusagen gesichert und durch den Einstieg der Privatbank Sal. Oppenheim frisches Kapital verschafft. Im Zuge der sich hinziehenden Verhandlungen und der Finanzkrise war die Aktie des im MDax notierten Konzerns stark eingebrochen.
Mit den geplanten Maßnahmen wolle Arcandor seine operativen Bereiche unabhängiger von der Finanzierung durch die Banken machen, erklärte ein Sprecher. Nach dem Auslaufen des Programms sollen die Beschäftigten eine Erfolgsbeteiligung erhalten.
Karstadt beschäftigt in Deutschland rund 30.000 Mitarbeiter, Primondo 15.000. Wie viele der Beschäftigten am Ende betroffen sein werden, steht laut Arcandor noch nicht fest. Offen ist auch noch, wie die Personalkosten gesenkt werden sollen, etwa durch die Streichung übertariflicher Leistungen oder durch den Verzicht auf Lohnerhöhungen.
In der Vergangenheit hatte bereits der frühere KarstadtQuelle-Konzern seinen Mitarbeitern die Löhne gekürzt. Im Zuge der Sanierung wurden zudem viele Arbeitsplätze abgebaut. Erst Mitte August dieses Jahres hatte Konzernchef Thomas Middelhoff angekündigt, dass bei Karstadt erneut Stellen gekappt werden könnten.
Derzeit kommt bei den Warenhäusern das Geschäft angesichts der Konsumflaute nicht in Schwung. Zuletzt schrieb diese Sparte rote Zahlen. Der Versandhandel dagegen hatte es im vergangenen Quartal nach langer Zeit mit Verlusten knapp in die schwarzen Zahlen geschafft und soll in dem Ende September auslaufenden Geschäftsjahr wieder profitabel sein. Einziger Gewinnbringer im Konzern ist Thomas Cook.
cht/dpa-AFX