Handelskonzern Altes Hackfleisch verdirbt Metro die Bilanz
Das Mönchengladbacher Unternehmen Real, zu dem auch die Extra-Supermärkte gehören, kam aus mehreren Gründen unter Druck. Zum einen machte der Kette der verschärfte Wettbewerb mit Discountern zu schaffen. Zudem kostete der Hackfleischskandal in zwei Real-Märkten viel Geld. Mitarbeiter waren beim Umetikettieren von alter Ware mit einem neuen Verfallsdatum beobachtet worden.
Verlustvorträge bei Real könnten auf absehbare Zeit nicht genutzt werden und mussten in der Metro-Bilanz abgeschrieben werden. Das Betriebsergebnis stieg um rund ein Prozent auf 1,74 Milliarden Euro. Die Dividende soll gleich hoch ausfallen wie im Vorjahr.
Die Kölner Warenhaustochter Kaufhof steigerte dagegen ihren operativen Gewinn durch Einsparungen um mehr als ein Fünftel. Der Umsatz von Kaufhof ging jedoch zurück. Die Warenhäuser galten in den vergangenen Jahren als Sorgenkind des Düsseldorfer Konzerns.
Zugpferde der Metro blieben auch 2005 die Elektronikketten Media Markt und Saturn sowie die Großhandelsmärkte für Gewerbetreibende mit erneutem Wachstum. Mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes von 55,7 Milliarden Euro wurde im Ausland erzielt. Beim Gewinn erzielte Metro sogar mehr als zwei Drittel außerhalb Deutschlands.
Auch im laufenden Geschäftsjahr soll das Wachstum in erster Linie aus dem Ausland kommen, sagte Vorstandschef Hans-Joachim Körber heute in Düsseldorf. Der Entwicklung in Deutschland sieht Metro mit verhaltenem Optimismus entgegen. Die Fußballweltmeisterschaft und die zu erwartenden Vorzieheffekte vor der geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer sollten sich im laufenden Jahr positiv auswirken.
kaz/dpa/dpa-AFX