Handelskonzern: Mittagspausen-Prozess gegen Wal-Mart - DER SPIEGEL
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Handelskonzern Mittagspausen-Prozess gegen Wal-Mart

Wal-Mart hat in den USA einmal mehr Ärger mit seinen Mitarbeitern. Diesmal klagen die Angestellten, weil der weltgrößte Einzelhändler Regelungen zur Mittagspause nicht eingehalten haben soll.
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Oakland - In einer Sammelklage vor einem Gericht in Kalifornien haben Wal-Mart-Angestellte dem Konzern vorgeworfen, dass Mitarbeitern dort systematisch die Mittagspause verweigert werde. Demnach habe Wal-Mart   gegen ein US-Gesetz verstoßen, wonach der Belegschaft nach sechs Arbeitsstunden dreißig Minuten unbezahlte Pause zusteht. Wenn sie diese nicht in Anspruch nehmen, wird ein entsprechender Lohnausgleich gezahlt.

Wal-Mart soll diese Regel bei seinen Angestellten nicht beachtet haben. Die Mitarbeiter fordern nun 66 Millionen Dollar von dem Konzern.

Wal-Mart selbst wollte zu dem Vorwurf keine Stellung nehmen. In Gerichtsunterlagen erklären die Verantwortlichen allerdings, dass viele Angestellte den Lohnausgleich nicht rechtzeitig beantragt hätte. Auch hätten Mitarbeiter freiwillig auf ihre Pause verzichtet. Fälle, in denen sie zur vorzeitigen Rückkehr an den Arbeitsplatz gezwungen worden seien, wären die Ausnahme, hieß es weiter.

Für Wal-Mart kommt der Prozess zur Unzeit. In den USA hat das Image des Unternehmens massiv gelitten, weil weibliche Angestellte dem Konzern vorwarfen, bei Beförderungen benachteiligt worden zu sein. Auch wird Wal-Mart immer wieder von Kommunen attackiert, weil die Präsenz der Supermärkte mit ihrem Discount-Angebot im Umfeld zu einem Ladensterben führt.

Zuletzt allerdings konnte Wal-Mart in der Öffentlichkeit wieder punkten. Während der "Katrina"-Katastrophe leistet der Einzelhändler großzügige Hilfe für die Hurrikan-Opfer und wurde dafür sogar von Gewerkschaftsseite gelobt. Mit dem aktuellen Prozess um verkürzte Mittagspausen dürften diese Schlagzeilen allerdings wieder in Vergessenheit geraten.