Handelskrise: Verbraucherangst vermiest WSV-Bilanz - DER SPIEGEL
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Handelskrise Verbraucherangst vermiest WSV-Bilanz

Auch ungewöhnlich früh gestartete Rabatt-Aktionen konnten die Lust der Deutschen am Einkaufen nicht wieder wecken. Händler und Verbände klagen, der Winterschlussverkauf sei enttäuschend gewesen, teilweise sogar ruinös.
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Berlin - Einen Tag vor Ende des letzten offiziellen Winterschlussverkaufes ist Günter Gross gar nicht zufrieden. Selbst mit massiven Preisabschlägen von über 70 Prozent seien nur wenige Kunden in die Geschäfte zu locken gewesen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Landesverband des Bayerischen Einzelhandels am Freitag. "Das Geschäft ist deutlich schlechter gelaufen, als wir gedacht haben, der WSV war saft- und kraftlos." Kaufzurückhaltung und ruinöse Rabattschlachten hätten die Umsätze noch unter das Vorjahresniveau gedrückt.

Das Bild ist bundesweit ähnlich. Auch Walter Deuss, Präsident des Handelsverbandes BAG, sagte, der Handel sei im Schlussverkauf lustlos und schlechter als 2002 verlaufen. Im Branchenverband BAG sind mehr als 5000 Einzelhändler organisiert, darunter Karstadt  , Neckermann, Otto, Peek & Cloppenburg, Douglas   und Woolworth Deutschland.

BAG-Präsident: Schlussverkauf "überlebt"

Deuss sagte, das Konsumklima sei weiter eingetrübt. Das habe auch die Januar-Umfrage der Gellschaft für Konsumforschung ergeben. Ein Grund dafür sei nach wie vor die kritische Lage auf dem Arbeitsmarkt. Hinzu komme die Ungewissheit darüber, wie viel Geld nach Abzug der zusätzlichen Belastungen für die Gesundheits- und Altersvorsorge tatsächlich übrig bleibe.

Es war der letzte Schlussverkauf dieser Art. Nach dem Fall des Rabattgesetzes kann der Handel künftig zu jeder Zeit Lager räumen, auch Rabatte sind künftig ganzjährig erlaubt.

Derzeit wird aber darüber debattiert, den WSV durch entsprechende Regelungen im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) doch wieder einzuführen. Deuss sprach sich gegen diese Idee aus. Durch die umfangreichen Rabattaktionen schon vor dem offiziellen Beginn des Winterschlussverkaufs habe dieser an Bedeutung verloren. Der WSV sei "inzwischen überlebt". Es könne nicht Aufgabe des Gesetzgebers sein, dem Handel Marketinginstrumente zur Verfügung zu stellen.