Handelspartnerschaft: Bush gibt China Wirtschaftsunterricht - DER SPIEGEL
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Handelspartnerschaft Bush gibt China Wirtschaftsunterricht

Der Handel zwischen den USA und China floriert - vor allem zugunsten Pekings. In Washington stößt das sauer auf. Wenige Tage vor dem Besuch von Chinas Staatschef Hu Jintao appelliert US-Präsident George W. Bush an die Chinesen, sich im internationalen Handel "an die Spielregeln zu halten".
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Washington - Die USA schätzten die Handelspartnerschaft mit China, erwarteten aber auch, dass China sich "an seine Verpflichtungen hält", sagte Bush heute in einer Rede vor mittelständischen Unternehmern in Washington. Der US-Präsident forderte insbesondere, dass China die Produktpiraterie stoppe, gegen das enorme Übergewicht seiner Exporte im Handel mit den USA vorgehe und die strikte Kontrolle seiner Währung lockere.

Das gigantische Defizit der USA im Handel mit China sorgt in Washington für erhebliche Besorgnis. Im vergangenen Jahr lag dieses Defizit bei 201 Milliarden Dollar (166 Milliarden Euro). Die USA werfen China vor, künstliche Barrieren gegen US-Produkte zu errichten, die Piraterie von US-Filmen, -CDs und -Software zu dulden und seine Währung, den Yuan, deutlich unter seinem eigentlichen Wert zu halten, damit die chinesischen Produkte auf dem Weltmarkt extrem billig bleiben.

Bush erneuerte diese Kritik, obwohl die chinesische Vize-Regierungschefin Wu Yi gestern auf einer Sitzung der US-chinesischen Handelskommission in Washington zugesagt hatte, dass Fabriken geschlossen werden sollen, die Raubkopien von Musik und Filmen herstellen, dass legale Software auf chinesischen Computern installiert werden und verstärkt gegen Verstöße gegen das geistige Eigentum vorgegangen werden soll.

Wu hatte außerdem zuvor auf einer Rundreise durch die USA mehr als hundert Handelsverträge im Gesamtvolumen von 16,2 Milliarden Dollar abgeschlossen. Dazu gehört die Bestellung von 80 weiteren Boeing 737 im Wert von insgesamt 4,6 Milliarden Dollar. Wu kündigte außerdem an, dass der chinesische Markt für US-Rindfleisch wieder geöffnet werden soll. Diese Importe hatte Peking im Dezember 2003 nach dem ersten in den USA aufgetretenen Fall von BSE verboten.

Chinas Staatschef Hu wird am Dienstag zu einem viertägigen Besuch in den USA erwartet. Zum Auftakt will er im Westküstenstaat Washington den Flugzeugbauer Boeing und den Softwarehersteller Microsoft besuchen. Am Donnerstag wird er mit Bush in Washington zusammentreffen. Es ist Hus erster Besuch im Weißen Haus.

kaz/AFP