Handelsstreit: Hu belehrt Amerika über Globalisierung - DER SPIEGEL
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Handelsstreit Hu belehrt Amerika über Globalisierung

Heute ist es soweit - die Präsidenten Chinas und der USA, Hu Jintao und George W. Bush,  kommen zu ihrem lang erwarteten Gipfel zusammen. Im Dauerstreit um Währungen und ungleichen Handel bietet Hu vorab ein paar Kompromisse an, bleibt im Kern aber hart.
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Washington/Peking - China arbeite "hart" daran, seinen Exportüberschuss zu verringern, sagte Hu gestern bei einem Essen mit etwa 600 Unternehmensführern und Regierungsvertretern in Everett im US-Bundesstaat Washington. Hu machte am zweiten Tag seiner US-Reise deutlich, dass sich Peking einen flexibleren Kurs des Yuan vorstellen könne, die Stabilität der Landeswährung aber Priorität habe.

Er verwies darauf, dass die schnell wachsenden Wirtschaftsbeziehungen China wie den USA große Vorteile gebracht hätten. Er zitierte eine Studie der US-Investmentbank Morgan Stanley, laut der US-Konsumenten allein im Jahr 2004 dank importierter Billigwaren aus dem Reich der Mitte 100 Milliarden Dollar (rund 81 Milliarden Euro) gespart hätten. Gleichzeitig habe der Warenaustausch mit China in den USA vier Millionen Jobs geschaffen. Der chinesische Staatschef betonte, dass etwa 90 Prozent der US-Importe aus China Güter beträfen, die in den Vereinigten Staaten nicht mehr produziert würden.

Die USA werfen Peking vor, den Kurs des Yuan künstlich niedrig zu halten, damit die chinesischen Ausfuhren billig bleiben. China exportiert weit mehr in die USA, als es von dort einführt. Das US-Defizit im Handel mit der Volksrepublik betrug im vergangenen Jahr 202 Milliarden Dollar. Viele US-Politiker und -Gewerkschafter fürchten deshalb um Arbeitsplätze im eigenen Land.

Wieder ein imposantes Quartal

Die US-Regierung will die Kritik am Freitag bei einem Treffen der sieben größten Industriestaaten (G7) in Washington wiederholen, zu dem China später mit anderen Ländern noch hinzustoßen soll. Die chinesische Regierung sei in der Währungspolitik zu vorsichtig, sagte der Beauftragte für Internationale Fragen im US-Finanzministerium, Tim Adams.

Vor seinem Treffen mit Bush hat Hu ein Werk des Flugzeugbauers Boeing besichtigt. China benötige in den kommenden 15 Jahren 2000 neue Flugzeuge, sagte er vor Hunderten Mitarbeitern des Konzerns. Die Nachricht verheiße eine gute Zukunft für die Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und China. Der Präsident informierte sich auch über das neue Boeing-Modell 787.

Dass China weiter boomt, bezeugten die neuesten Konjunkturzahlen des nationalen Statistikbüros in Peking: Die Wirtschaft ist im ersten Quartal um 10,2 Prozent gewachsen. Die nun offiziell bekannt gegebene Zahl lag über zwei Prozentpunkte über dem von der Regierung angestrebten Wert von 8 Prozent. Die Weltbank und andere Experten erwarten für dieses Jahr einen Anstieg der chinesischen Wirtschaftsleistung von bis zu 9,5 Prozent.

itz/Reuters/AP/AFP

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