Handy-Hersteller BenQ streicht bundesweit 500 Stellen
München - Allein 277 Arbeitsplätze sollen in München wegfallen, teilte BenQ heute mit. Zudem werde die Zusammenarbeit mit 250 externen Mitarbeitern in München und Kamp-Lintfort beendet. Bei Siemens/BenQ war der Marktanteil zuletzt weiter auf nur noch 3,5 Prozent gefallen. Wie schon in der Vergangenheit unter Siemens-Führung wurden neue Modelle zu spät auf den Markt gebracht, heißt es.
Derzeit hat BenQ in Deutschland rund 3100 fest angestellte Mitarbeiter. Weltweit arbeiten rund 8000 Menschen für die Mobiltelefonsparte des Konzerns. Für die Produktion in Kamp-Lintfort und Bocholt gilt noch bis Ende des Jahres ein Ergänzungstarifvertrag. Beim jetzt verkündeten Stellenabbau in der Verwaltung sowie in Forschung und Entwicklung sollen betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermieden werden. "BenQ Mobile bietet den betroffenen Mitarbeitern Aufhebungsverträge und über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende Abfindungspakete an", hieß es.
Die weitere Zukunft der Arbeitsplätze hänge vom Erfolg der neuen Modelle ab, sagte ein BenQ-Sprecher. Entscheidend sei dabei das bevorstehende Weihnachtsgeschäft. Der Konzern sei aber zuversichtlich, wie angekündigt bis Ende des Jahres operativ die Gewinnschwelle zu erreichen. Um den Durchschnittserlös pro verkauftes Handy zu erhöhen, will sich BenQ noch stärker auf die Elemente "Lifestyle" und "Design" konzentrieren.
BenQ hatte im Oktober 2005 das Handy-Geschäft von Siemens übernommen. Damals hatte der BenQ-Marketingchef Jerry Wang noch erklärt, Stellenkürzungen seien nicht vorgesehen. München bleibt laut Konzernangaben auch weiterhin die weltweite Zentrale des Handy-Herstellers.
kaz/dpa-AFX/Dow Jones