Handy-Offensive von Nokia: Siemens verweigert den Preiskrieg - DER SPIEGEL
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Handy-Offensive von Nokia Siemens verweigert den Preiskrieg

Angesichts sinkender Verkaufzahlen hat der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia eine massive Offensive im Einsteigersegment gestartet. Siemens, bisher Marktführer in diesem Bereich, will das nicht widerstandslos hinnehmen. Einen Preiskrieg will man aber vermeiden.
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Berlin - Die Diskussion war Thorsten Heins sichtlich unangenehm. Am Tag der Vorstellung der neuen Luxuslinie wollte der Siemens-Mobile-Chef lieber von schönem Design sprechen und von rosigen Zukunftsaussichten. Doch an der Offensive des Weltmarktführers Nokia kam er schließlich nicht vorbei. "Natürlich sehen wir die Preisnachlässe", sagte er. Mit Preissenkungen in den vergangenen Monaten habe Weltmarktführer Nokia das Münchner Unternehmen erstmals im Bereich der Einsteigerhandys angegriffen. Siemens werde dieses Segment, in dem das Unternehmen einen Marktanteil von über 50 Prozent habe, jedoch nicht aufgeben.

Doch die damit verbundenen Hoffnungen der Verbraucher, dass Handys zum Schleuderpreis zu haben sind, versuchte Heins sofort zu zerstreuen. Siemens jedenfalls werde sich auf einen Preiskrieg nicht einlassen, sagte der Mobilfunk-Fachmann. Zwar werde Siemens ebenfalls die Preise für einige Modelle senken. Allerdings könne das nicht die alleinige Antwort sein. Darüber hinaus werde Siemens auch die Entwicklung seiner Einsteigerhandys vorantreiben, um den Kunden ein möglichst gutes Preis-Performance-Verhältnis liefern zu können.

Für das laufende Jahr erwartet Heins insgesamt keine deutlichen Zuwächse beim Marktanteil von Siemens. Mit 9,4 Prozent der weltweit verkauften Handys liege das Unternehmen zurzeit auf Platz vier. Bis Ende des Jahres werde dieser Anteil zwischen neun und zehn Prozent voraussichtlich stabil bleiben. In Europa verkaufe Siemens 20 Prozent aller Mobiltelefone.

Ähnlich wie Nokia baut auch Siemens mit dem Klappen-Handy CFX65 sein Angebot in diesem Produktbereich aus. Im Gegensatz zu den USA sei der Markt für aufklappbare Telefone in Deutschland mit 10 bis 15 Prozent relativ klein, sagte Heins. Siemens verfolge deshalb weiterhin unterschiedliche Designs, zu denen auch die so genannten Slider gehörten, Handys zum Aufschieben. Mit dem SL65 bringt das Unternehmen das Nachfolgemodell für das nach eigenen Angaben erfolgreiche SL55.