Handy-Tarife: "Verhöhnung der Verbraucher" - DER SPIEGEL
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Handy-Tarife "Verhöhnung der Verbraucher"

Handy-Tarife sind nicht Jacke wie Hose, weil die Unternehmen gern Äpfel mit Birnen vergleichen. Was dort an Desinformation getrieben werde, grenze an eine "Verhöhnung der Verbraucher", meint SPD-Fraktionssprecher Ernst Schwanhold. Politiker, Behörden und Verbraucherverbände fordern transparente Tarifmodelle.
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Hamburg - Einfache und überschaubare Angebote bei den Handy-Tarifen fordert die Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation. Auch Verbraucherschützer und Politiker kritisierten in der "Bild am Sonntag" den Tarif-Dschungel im Mobilfunk. Tarif-Vergleiche ohne Fachkenntnis seien nicht mehr möglich, sagte der Präsident der Behörde, Klaus-Dieter Scheurle, der Zeitung. Beim Verbraucher entstehe der Eindruck, das sei so gewollt, um Tarif-Fallen zu verschleiern. Vertreter der Anbieter warnten dagegen bei Einheitsmodellen vor höheren Preisen.

"Ich appelliere dringend als Anwalt der Mobilfunkkunden an alle Dienste-Anbieter, sich mit einfachen überschaubaren Angeboten im Markt zu präsentieren. Dazu sollten sich alle auf Vergleichsgrößen verständigen, damit der Verbraucher die Angebote wirklich vergleichen kann, um seinen Tarif zu finden", sagte Scheurle der Zeitung. "Der Kunde wird von der Vielfalt der Tarife regelrecht übermannt", kritisiert die Juristin Helga Zander-Hayat von der Verbraucherzentrale Nordrhein- Westfalen.

"Ohne unterschiedliche Tarife und Leistungen hätten wir keinen Wettbewerb, davon profitiert der Kunde. Es ist gut, dass es hier keine Monopol-Stellung gibt", zitiert die "BamS" MobilCom-Sprecher Torsten Kollande. Auch Thomas Reiter vom Wettbewerber Talkline halte mehr Übersichtlichkeit für nachteilig: "Wenn es ein Einheitsmodell gäbe, würde es bestimmt teurer werden."

Für Matthias Wissmann (CDU), Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Technologie, müssen "gerade im Wettbewerb die Vergleichsdaten auch überschaubar sein. Sie sind ein notwendiger, wichtiger Beitrag zum fairen Wettbewerb." Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Ernst Schwanhold meinte in der "BamS": "Was da manchmal an Verschleierung der tatsächlichen Gebühren veranstaltet wird, grenzt schon an eine Verhöhnung der Verbraucher."