Handyabsatz Samsung könnte Motorola überrunden
Chicago - Dank strenger Kostenkontrolle kletterte Motorolas Gewinn im dritten Quartal auf 479 Millionen Dollar nach 116 im Vorjahr, teilte das Unternehmen nach US-Börsenschluss mit. Dabei steigerte der Konzern seinen Umsatz um 26 Prozent auf 8,62 Milliarden Dollar. Firmenchef Ed Zander äußerte sich zudem optimistisch über den Verlauf des vierten Quartals.
Dennoch fiel die Motorola-Aktie im nachbörslichen Handel um sechs Prozent. Analysten zeigten sich besorgt über die von dem Handykonzern abgesetzten Stückzahlen. Motorola zufolge stieg die Zahl der Auslieferungen um 15 Prozent. Marktbeobachter erklärten jedoch, bei dieser Kennzahl sei nicht zuletzt wegen der vom Branchenprimus Nokia vorgelegten optimistischen Einschätzung des Weltmarktes mehr erwartet worden. Konkurrent Samsung liege nur noch rund 500.000 Einheiten hinter Motorola. "Die Leute haben in Sachen Auslieferungen etwas mehr erwartet", sagte Mark Sue von RBC Capital Markets. Hielte der Trend an, könnte Samsung die Amerikaner schon bald überrunden.
Motorola und Nokia kämpfen mit unterschiedlichen Strategien
Die Nummern Eins und Zwei des Mobilfunkmarktes liefern sich derzeit einen Kampf mit ungleichen Waffen. Während Nokia vor allem auf den Marktanteil setzt, konzentriert sich Motorola auf die Profitabilität. So verlor der US-Konzern im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal Marktanteile an seinen europäischen Rivalen. Die Entscheidung, die Preise für Mobiltelefone nicht zu senken, sei eine bewusste gewesen, so Motorola. Während Nokia mit 51,4 Millionen Mobiltelefonen absetzte, verkaufte Motorola nur 23,3 Millionen.
Anlässlich der Vorlage der Motorola-Zahlen hatte der Präsident von Qualcomm , Anthony Thornley, in einem Interview gesagt, dass die Strategie von Nokia Sinn mache. Die Konzentration auf den Marktanteil habe sich als "weise" erwiesen, so der Manager des US-Handyausrüsters. Auch Motorola-Boss Zander räumte ein, dass der Marktanteil eine bedeutende Kennziffer ein. Unter Verweis auf den finnischen Konkurrenten fügte er aber hinzu: "Wir haben Marge und Gewinn, sie nicht."