Handymarkt: Nokia warnt vor den eigenen Zahlen - DER SPIEGEL
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Handymarkt Nokia warnt vor den eigenen Zahlen

Die Quartalszwischenberichte des Handyherstellers Nokia haben inzwischen eine traurige Tradition. Regelmäßig müssen die Finnen ihre Prognosen kassieren - heute war es wieder so weit.
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Helsinki - Nur wenige Tage ist es her, da gab das Marktforschungsinstitut Gartner Entwarnung für den Handymarkt. 2002 gab es üppige Wachstumsraten und auch für das Geschäftsjahr 2003 sind die Auguren voller Hoffnung.

Nokia, der finnische Handyhersteller, Nummer eins im Markt weltweit, verpasste der Euphorie jetzt einen herben Dämpfer. Die Gewinn- und Umsatzerwartungen für das laufende Quartal seien unter den gegebenen Umständen nicht zu erfüllen, hieß es lapidar in einer Mitteilung des Konzerns.

Anders als die Analysten der GartnerGroup registrierten die Nokia-Verkäufer eine hartnäckige Zurückhaltung der Käufer beim Kauf von Handys. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern deshalb immerhin insgesamt sechs Mal den Umsatzausblick gesenkt und im Gesamtjahr erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt einen Umsatzrückgang verzeichnet. Auch andere Handy-Hersteller wie der deutlich kleinere Konkurrent Motorola hatten in der jüngsten Vergangenheit trübe Ausblicke abgegeben.

Für das erste Quartal rechne Nokia nun mit einem Pro forma-Gewinn je Aktie von 0,15 bis 0,17 Euro, teilte das finnische Unternehmen am Dienstag mit. Bisher war der Konzern von 0,15 bis 0,19 Euro ausgegangen. Beim Gesamtumsatz erwartet das Unternehmen, dessen Handy-Marktanteil bei über 30 Prozent liegt, einen leichten Rückgang gegenüber den gut sieben Milliarden Euro vor einem Jahr.

Damit nicht genug. Verglichen mit den Privatkunden geben sich die Netzbetreiber geradezu geizig. Investitionen werden derzeit auf die lange Bank geschoben. Die Zahlen seien deshalb deutlich schwächer als erwartet ausgefallen, heißt es in der Konzern-Mitteilung.

Die Netzwerksparte gilt bereits seit langem als Sorgenkind des Konzerns. Die Nokia-Controller befürchten, dass der Umsatz in diesem Jahr um 15 bis 20 Prozent wegbrechen wird, für das operative Geschäft wird ein deutlicher Verlust erwartet.

Auf die düsteren Prognosen reagierten die Anleger sehr empfindlich. Insbesondere die Angaben zur Netzwerksparte ließ sie zurückschrecken: Mit einem Verlust von mehr als sechs Prozent zählten Nokia-Aktien zu den großen Verlierern der europäischen Standardwerte. Anleger wollten für das Papier lediglich nur noch 10,70 Euro bezahlen. Insgesamt hat die Nokia-Aktie in diesem Jahr bereits rund 30 Prozent an Wert verloren.

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